Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-529733
istf). Auch in religiösen Werken ist der Künstler höchst an- 
sprechendrr) und sein Einfluss nicht blos auf die Akademie, auf 
welcher er nun seit 1867 in Dresden Wirkt, sondern selbst auf Kunst- 
gewerbe gross und fruchtbarwt).  Ausser den Genannten verdienen 
noch J. O. Bälzr, geb. 1801 zu Riga, "l- 1869 zu Dresden und 
Ad. Wfichvncmn, geb. 1820 zu Celle, T 1866 zu Dresden, beide Pro- 
fessoren der Akademie, der Erwähnung. 
Neben Dresden spielt Leipzig in der Historienmalerei eine un- 
bedeutende Rolle. Von den Leistungen Gast. Jägeris, welcher 1847 
an die Spitze der dortigen Kunstschule berufen ward und daselbst 
bis an seinen Tod (1871) lehrte, ist schon unter den Münchener 
Schülern Schnorr's die Rede gewesen. (S. 343). Achtbar wie dieser, 
doch minder begabt erscheint G. A. Hennig, geb. 1797 zu Dresden, 
"i" 1869 zu Leipzig, Welcher unter Schubert und Mathäi zu Dresden 
vorgebildet seine künstlerische Reife in Rom im Gefolge Overbeck's 
und Koch's suchte, aber nicht völlig fand. Seine Fresken in der 
Villa des Dr. Crrlsius zu Rüdigsdorf bei Altenburg, WO er mit 
Schwind das Leben der Psyche u. A. malte, verschaffte ihm eine 
Lehrerstelle an der Leipziger Kunstschule, WO er bis an seinen Tod 
in geräuschloser Mittelmässigkeit wirkte. 
Was Nennenswerthes im Historienfache zu Leipzig geleistet 
wurde, das schufen Gäste, wie Genelli, Wislicenus und Grosse. Es 
ist auch ungewiss, ob der in Niepcrs aus Dresden gewonnene Ersatz 
für Jäger die Anstalt entsprechend zu heben vermögen wird. 
Lebhafter war die Kunstthätigkeit in dem sächsischen Musen- 
sitz Weimar, obgleich auch hier ein grosser Theil aus fremden 
Händen kam. Den Anstoss gab der Kunstsinn der Grossherzogin 
Maria (Grossfürstin von Russland), welche in vier um den Conseil- 
saal liegenden Räumen das Andenken an die vier Dichterfürsten, 
welche der Stadt an der Ilm ihren Nimbus verliehen hatten, ver- 
herrlichen liess. Zur Ausmalung der Goethegallerie wie des Schiller- 
zimmers wurde Bernh. Neher (vgl. S. 347), der sich unter Cornelius 
 
t) Th, Gr0sse's Fresko-Malereien in der östlichen Loggia des städtischen 
Museunls zu Leipzig, Nach den Cartons photographirt v. F. Hecker in Dresden. 
Text v_ D1; M. Jordan. 32 Blatt nebst 6 Umrissblättern. 
ähk) Darunter "Abraham die drei Engel bewirthend". Oelbild von 1860, im 
Besitz der Frau Dr. Seeburg in Leipzig. 
w") Tischplatte von Grosse, abgebildet in Lützow's Zeitsch. f. bild. Kunst 1355
        

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