Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-529664
Leipzig, an denen er im Auftrag Dr. Härtefs zugleich mit Genelli 
arbeitete, wie die Fresken für Hrn. v. Quandt mit Darstellungen zu 
fünf Goetheschen Gedicht-eng) verrathen raphaeleske Formgebung, 
aber _trotz der übertriebenen sentimentalen Geberde zu Wenig Origi- 
nalität und Inhalt. Dasselbe gilt von seinen religiösen Malereien, 
von Welchen eine Pietatt) und unter seinen späteren Compositionen 
die h. drei Könige, Maria mit dem Kinde und Mater amabilis w") 
zu nennen sind. 
Bevor jedoch Peschel selbständig auftrat, hatte man in Dresden 
das Bedürfniss empfunden, den coloristischen Extravaganzen Vogel's 
wie der leeren Illustrationsweise des alten M. Retzsch durch eine 
Berufung von München oder Düsseldorf einen Damm entgegenzu- 
setzen und die altberühmte Dresdener Malerschule, die bisher vor- 
zugsweise von der Gallerie gezehrt hatte, durch ein hervorragendes 
Haupt aus der manieristischen Versumpfung herauszureissen. Da 
Kaulbach, an Welchen man sich zunächst gewandt, und damals auch 
J. Schnorr nicht erhältlich Waren, so lenkte man die Wahl auf 
Düsseldorf und zwar mit dem besten Erfolg. E. Bendemaazn nahm 
nicht blos die Berufung an (1838), sondern zog auch noch seinen 
Schwager J. B. Hühner zu sich dahin. Mit diesen, deren Düssel- 
dorfer Thätigkeit oben (S. 375 fg.) geschildert worden ist, War der 
Historienmalerei Dresdens der Weg vorgezeichnet und die Dresdener 
Schule zugleich zur Filiale der Düsseldorfschen gemacht, Woran auch 
die später gelungene Gewinnung J. Schnorfs wenig mehr zu ändern 
vermochte. 
Wenn es auch nicht statthaft sein dürfte die stereochrornischen 
Wandgemälde im Schlosse zu Dresdenf), mit Welchen Bendemann 
betraut wurde, denen eines Cornelius oder Kaulbach als ebenbürtig 
an die Seite zu stellen, so stehen sie denselben doch nicht soweit 
nach, wie gewöhnlich behauptet wird. Formgewandtheit und Sinn 
für Schönheit im Einzelnen Wie im Linienfluss des Ganzen, dazu die 
Beherrschung der technischen Mittel sind Bendeinann vielleicht sogar 
4') (1840) In der Villa "zur schönen Höhe" bei Dietersbach, gest. von 
A. Krüger. 
"Ü (1850.) In der Kirche zu Auerbach im Voigtlande. 
 Die drei letztgenannten Werke phot. v. Hanfstängl. 
T) Die Wandgemälde im Ball- und Concertsaale des k. Schlosses zu Dresden 
von E. Bendemann, mit Text von J. G. Droysen. Dresden. E. Arnold.
        

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