Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-529609
italiener, welche dem Bildniss grössere Aufmerksamkeit geschenkt 
hatten, überwiegend in's Auge fasste. Eine Zeit lang schwebte er, 
trotz des Einflusses Riepenhatisens wie der von ihm begeistert ver- 
ehrten Fresken von Raphael und Michelangelo, in Gefahr, zu Gunsten 
coloristischer Effekte in Formlosigkeit oder in's affektirt Kräftige, 
d. h. Theatralische zu gerathen; auch seine Vorliebe für tizianisches 
Colorit, welche ihm den Scherznamen seiner Jugendzeit M161" wilde 
Tiziana erworben, liess besorgen, dass er in Manier und technische 
Nachahmung verfallen würde. Die zwei für das Belvedere ange- 
kauften, aber in die Keller des Palastes versetzten Bilder- sManfred 
von Karl von Anjou auf dem Schlachtfelde gefundene und vMantrecPs 
Einzug in Luceriact) schienen auch diese Bedenken zu rechtfertigen, 
und in der That war, als Rahl 1843 zurückkehrte, nur sein Ruf 
im Portratfache begründet. Sein unstetes Naturell liess ihn überdiess 
nirgends festen Fuss fassen: als Porträtist nach Kiel geladen, wandte 
er sich erst nach Kopenhagen, dann über Brüssel nach Paris, und 
nachdem er hier einige Monate nach Venetianern und nach Rubens 
copirt und Rom zum dritten Male besucht, folgte er wieder einer 
Einladung nach Holstein und Kopenhagen und neuerdings nach 
Paris. Doch wie der dänische König, der sich von ihm gemalt 
wünschte, bald nach seiner Ankunft starb, so kam der Künstler 
auch eben in Paris an, als der Julikönig flüchtig seines Bildnisses 
nicht mehr bedurfte. (1848).  
Mit den Eindrücken der Revolution kehrte er daher nach Deutsch- 
land zurück, um  sich in Frankfurt aktiv an der Freiheitsbewegung 
zu betheiligen, dann (zu spät) auf den Schleswig-Holsteinschen 
Kriegsschauplatz zu eilen, darauf in Wien in die akademische Legion 
einzutreten und endlich ein Mandat zum Studentenparlamente in 
Eisenach anzunehmen. Als der Sturm verbraust war, fand er die 
Ruhe wieder, sich, da ihm die Oktoberrevolution Wien versperrte, 
zwei Jahre in München ganz seiner Kunst zu widmen. Ein Flug- 
blatt des Künstlers, in welchem er, wie einst Cornelius von Rom 
aus, der Wiederbelebung monumentaler Malerei in Oesterreich das 
Wort geredet, hatte indess grosses Aufsehen erregt und 1850 wurde 
er wirklich als Lehrer an die Wiener Akademie berufen. Allein die 
Reaktion fand ihn weder nach seiner künstlerischen noffh nüßh Seiner 
erstere 
Das 
1837, 
das 
zweite 
1847 
vollendet.
        

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