Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-529598
wenigstens vorwiegend dem religiösen Fache huldigten. Unter 
den eigentlichen Schülern Führichis und Kupelwiesefs aber muss 
F. Dobiaschofsky, geb. zu Wien 1818, T daselbst 1867, hervorgehoben 
werden, welcher freilich den Eindruck seiner grossen Begabung in 
seiner letzteren Zeit durch übertriebene Sentimentalität etwas ver- 
kümmert hat.  
Das Ueloergewicht der Führiclrschen Schule konnte SiClI indeSS 
seit der Vollendung der Altlerchenfelder Wandmalereien nicht mehr 
behaupten. Es war in Wien dem Aufschwunge der religiösen Kunst, 
wie er sich in kirchlichen Neubauten geäussert hatte, ein ungleich 
umfänglicherer der Profankunst gefolgt, der in der Anlage des Rings 
seinen fruchtbaren Boden fand. Für die profane Monumentahnalerei 
aber war Oarl Rahlii), zum epochemachenden Haupte herangereift. 
Geboren zu Wien 1812 als der Sohn des trefflichen Kupferstechers 
C. H. Rahl, halte dieser 1831 mit dem Bilde vDavid in der Höhle 
Adulanm den ReichePschen Preis erlangt, hatte sich aber, da 01' 
seiner Jugend Wegen mit dem italienischen Reisestipendium nicht 
berücksichtigt werden konnte, von Cornelius' Ruf angezogen nach 
München gewandt. Allein die Glyptothekgemälde waren vollendet 
und Anschauungsdifferenzen trieben ihn bald wieder weg, erst nach 
Stuttgart, wo er Wächter besuchte, und etliche Porträte malte, dann 
nach Wien und Ungarn, wo er mehre Kirchenbilder schuf, bis end- 
lich der Erlös" für das WGOitOSgGPiClItK aus dein Nibelungenliedett) 
die Mittel zur ersten italienischen Reise 1836-38 darbot. Zunächst 
fesselte ihn Tizian, welcher ihm von seinen ersten künstlerischen 
Versuchen an als Ideal vorgeschwebt War, an Venedig, dann nach 
Rom gelangt schloss er sich, statt wie die Mehrzahl der Genossen 
der römisch-deutschen Schule Overbeck's nachzugehen, vielmehr an 
den älteren Riepenhausen, an Koch Wie an Genelli an, von Welchen 
namentlich der letztere ihm vielfach congenial War. Da ihn aber 
zunächst mehr das Porträt beschäftigte, konnte er sich weder auf 
die Strenge Umrisseolnposition des ersteren noch auf die phantasti- 
schen Conceptionen des letzteren zu weit einlassen und es War 
natürlich, dass er auchin Rom die coloristische Seite der Ober- 
 Fr. Hottner, Galil Rahl, eine biographische Skizze. 
theilungen über bildende Kunst. Wien 1863. S. 37. fg. 
M) (1835).) In der Belvedere-Gallerie zu Wien. 
Recensionen 
und 
Wit-
        

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