Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-529539
Jos. 
Führich 
V0 1' 
seiner 
nach 
Uebersiedlung 
Wien. 
441 
raphaelischen Grundstinnnung xviderstrebend, vergleichsweise nur 
geringen Erfolg haben konnte. 
1m Herbst 1826 nach Rom gelangt, fand seine legendarische 
und poetisch-historische Richtung noch mehr Nahrung durch das 
Hauptwerk, welches damals den deutschen Künstlerkreis in der 
Villa Massimi beschäftigte. Dass ihn aber hier die Tassoschölyfungen 
Overbeclis mehr als die Dantemalereien Koclfs und die Ariostillustra- 
tionen Schnorrs in den beiden benachbarten Zimmern anzogen, ist 
nach der ganzen Anlage des Künstlers natürlich, und er würde Sißll 
unbedingt zu Overbeck hingcneigt haben, wenn es ihm auch nicht 
beschieden gewesen wäre, dem Tassocyklus die drei letzten der elf 
Gemälde anzureihenit). Doch kann nicht behauptet werden, dass er 
schon damals die rönlischen Meister erreichte, wenn er auch in Rom 
den Entschluss fasste von der mehr spielenden und genrehaft illu- 
strirenden Weise seiner früheren Zeit zur höheren religiösen Historien- 
malerei überzugehen. Denn die nach seiner Rückkehr ausgeführten 
Werke, wie der sTriumphzug (lhristisikii) und die 2398981111118 Jakob 
und Rahelscvmt) liessen die spätere Bedeutung des Meisters, welche 
sogar hinter Overbeck nicht zurückblieb und von den Neueren der 
nazarenischen. Richtung nur von Deger erreicht wurde, höchstens 
ahnen. 1834 als zweiter Custos an die akademische Gemäldegallerie 
nach Wien berufen und 1841 daselbst zum Akademieprofessor für 
geschichtliche Gomposition ernannt, übertrug er jedoch bereits eine der 
Reife nahe und zweifellos die beste künstlerische Kraft Böhmens für 
die Dauer in die Kaiserstadt. 
Wien bot, als Führich dahin gelangte, ein Wenig anziehendes 
Bild von Kunstthätigkeit darf). Der Kampf zwischen der alt akade- 
i") "Rinaldo, dem die Truggestaltl der Armida im Zauherslvald erscheint", 
"Armicla im Kampfe zwischen dem christlichen und ägyptischen Heere" und 
"Beäitlllilhme C165 Tempels nach der Eroberung Jerusalems".  
M) (1531) Ümfiäslithographien (11 Blätter) 1840 bei Mey u. Widmayer in 
München 9139111911911" A115 dieSem (Zyklus entsprang in etwas veränderter Auf- 
fassung 1840 das Gemälde der Raczynski-Gallerie Nr. 7. 
im") (1830) Sepiazeichnung im Besitz des Fürsten Metternich. 1836 umge- 
ändert in Oel gemalt, jetzt im Besitz des Hrn. v. Oelzelt in Wien, gest. v. L. Jakoby 
bei Lützow Ztsch. f. b. K. 1869. 
1') Man vergleiche die drastisch belehrenden Feuilleton-Causerien v. E. Ban- 
zoni. Malerei in Wien. Lehmann und Wentzel 1873.
        

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