Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-529473
Geringer 
Einfluss G0rnel1us' 
und Kaulbaclfs 
Berliner 
Kunst. 
4335 
mit der Ausführung des Kaulbaclrschen Gartens xCarl der Gl-Osse 
und Vtfittekinds in einem Kuppelsaal des Neuen Museums zu Berlin 
dem Meister anzuschliessen, und hat auch neuestens in den Cartons 
zu den Aulamalereien der Universität Königsberg in gleicher Rich- 
tung Achtungsnrerthes geleistet. Neben ihm verdienen U. Becker 
und A. Kaselourski genannt zu werden, von weichen der erstere, 
nachdem er 1850 in seinem Belisar als Bettler einen ziemlich aka- 
demischen Anfang genommen, in den mythologischen Darstellungen 
des Niobidensaales im N. Museum Tüchtiges geliefert. hat, Während 
Kaselowski, geb. 1810 zu Potsdam, Schüler HenseTs, neben den 
Mythologien in demselben Saale des N. Museums durch eine Reihe 
von religiösen Bildern, von der aFreislarechung der Stisannae an 
(1850) bis zu der sGrablegung Christiiv") sich bewährt hat. Als 
die bedeutendste Kraft unter allen monumentalen Berliner Malern 
darf indess wohl Bob. Müller von Göttingen genannt werden, welcher 
von G. Richter und G. Heidenreich ("i 1855) unterstützt, die treff- 
liehen Friese der germanischen Abtheilung im N. Museum zu Berlin 
schuf, in denen die nordische Sage zum ersteninale einen entspre- 
chenden bildnerischen Ausdruck gefunden hat. 
Es konnte in Berlin nicht dazu kommen, dass die ideale Kunst 
sowohl religiöser wie profaner Richtung gesunde Wurzeln schlug. 
Die ganze Anschauung der hauptstiidtischen Bevölkerung war ihr 
entgegen; denn wie in London oder New-York, so blieb auch hier 
das rationelle Uebergewicht nicht ohne den Naehtheil einer gewissen 
Nüchternheit und Prosa. Der ebensowohl berechnete als thatkräftige 
Aufschwung Preussens und Berlins drängte alle Phantasie auf das 
Gebiet realer Aufgaben. Das allgemeine Interesse wandte sich daher 
dem Geschichts- und Schlachtbild zu, und auch die Kunst nahm 
ihren Theil an dem politischen Aufschwung Preussens durch die 
Verherrlichung der preussischen Geschichte. Was sollte man aber 
hierin Weiter zurückgreifen, wo gerade die glanzendste Zeit in dem 
Jahrhundert vom siebenjährigen Kriege an sich ZuSammßIlfaSSi. 
Konnte sich selbst Kaulbach dieser Strömung nicht entziehen, welche 
ihn veranlasste Friedrich den Grossen neben Moses, Solon und Karl 
den Grossen zu stellen, so widmeten sich ihr die hervorragenderen 
Kräfte Berlins selbst mit grösserer oder geringerer Ausschliesslichkeit. 
v 
1867 
auf der 
Pariser 
Ausstelh 
Im 
Besitz 
des 
deutschen 
Kaisers.
        

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