Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-529416
Kaulbaclfs 
übrige 
HLlHIQ 
mtalwerke. 
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Die ersteren haben zur Zeit ihrer Entstehung mit Grund viel 
Staub aufgewirbelt. König Ludwig hatte den Künstler bestimmt 
oder wie es heisst, unausweichlich gedrängt, die Aufgabe zu über- 
nehmen, die an drei Seiten fensterlosen Oberivände des architek- 
tonisch I1l( ht allzu glücklichen Baues mit Gemälden zu schmücken, 
welche den Neuaufsclnrung der deutschen Malerei zum Gegenstande- 
hittten. Mit der aussersten Unlust ging der Meister an die Arbeit, 
welche durch die modernen Erscheinungen mit Porträts und in Bein- 
kleidercosttini seiner Formfreude nicht entgegenkam und nach per- 
sönlichen Erfahrungen selbst inhaltlich nicht sympathisch war. Im 
Verlauf der Arbeit immer weniger angeregt durch die Aufgabe, immer 
mehr abgestossen durch die mangelnde Gelegenheit der Fbrinenschön- 
heit den Tribut zu zollen und bei weiterer Vertiefung in den Gegen- 
stand immer mehr des ränkevollen und eifersüchtigen Getriebes 
bewusst, Welches an dem Spinnengevrebe des letztvergangenen Künst- 
lerlebens die schwanken Fäden zog, fand er keinen anderen Anhalt, 
als die Würze für die ihm ganz undankbar erscheinende Aufgabe 
aus seiner reichen Schatzkammer von Spott und Ironie zu holen 
und damit die gewollte Verherrlichung der neuen deutschen Kunst- 
entwicklung in's Gegentheil zu verkehren. Die Schöpfungen, wie 
sie sich in den ausgeführten Oelskizzen in der Neuen Pinakothek 
(larstellenf), entbehren übrigens grosser Verdienste keineswegs; dass 
sie aber, so wie sie waren, zur Ausführung im Grossen (durch 
Nilson 1850 begonnenfif) gelangten, ist von König Ludwig nur dann 
begreiflich, wenn man an dessen Ungeduld denkt, mit welcher er 
Beschlossenes und Begonnenes zu Ende geführt wissen wollte. Nur 
wenige aber beklagen den trotz stereochromischer Technik rasch 
erfolgenden Untergang. 
Glücklicher war der zweite Münchener Auftrag, welcher dem 
Künstler durch König Max II. zukam, indem hier der Besteller dem 
Künstler unter einer Reihe weltgeschichtlicher Darstellungen, die 
durch die hervorragendsten deutschen Künstler ausgeführt werden 
sollten, die Wahl liess. Diese fiel auf die xSGGSChlSLCht bei Salamise, 
eine Aufgabe, welche den Meister ausserordentlich erregte und in" 
besitzt einen Entwurf, in Welchem die D: 
brtlaufenden Friese gegeben sind. 
nchen 1862. Piloty und Löhlv. 
a") Die Familie Kaulbaclfs 
der Hauptseite als in einem i 
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lrstellungen
        

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