Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-529403
unvergleichlichen Fries zusammen, der sich in der ganzen Ausdeh- 
nung der beiden Läingswände des Treppenhauses hinzieht, eine W elt- 
geschichte in Kinderpossen der geistreichsten und reizendsten Art. 
Witz und Anmuth, einerseits eine übersprudelnde erfinderische 
Phantasie und anderseits rhythmische Beherrschung in Hinsicht auf 
die architektonische Gliederung des Ganzen und auf die Hauptdar- 
stellungen unterhalb vereinigen sich hier zu einem Ganzen, Welches 
sich zu den ersten decorativen Schöpfungen aller Zeiten erhebt, in 
Bezug auf Gehalt aber sogar unerreicht dastehen dürfte. In diesem 
burlesken Nachspiel nach dem sechsaktigen weltgeschichtlicheil Drama, 
_in welchem der wHeine der Malereic und Schöpfer von Reinecke 
Fuchs die Liebenswürdigkeit und Zärtlichkeit des Vaters, welche seine 
von ihm hundertfältig gezeichneten Kinder mit Recht beweinen, mit 
hinreissendem Humor verbunden hat, spielt sich die Weltgeschichte 
gleichsam in einer Kinderkomödie ab, welche aus reichem Ranken- 
ornament hertrorwächst. Leider erschwert die beträchtliche Ent- 
fernung des Frieses vom Beschauer die Betrachtung und verbietet 
der Raum hier die detaillirte Beschreilaung, welche indess in unüber- 
trefflicher Weise von Eggers a. a. O. gegeben ist. In Bezug auf 
Technik ist er wie die Pilaster en grisaille ausgeführt, stereo- 
chromisch wie die übrigen Gemälde, welche in seltener und nicht 
tinharmonischer Farbenpracht davon Zeugniss geben, dass auch die 
Farbe trotz der keineswegs darauf gerichteten Schule dem Glücks- 
kinde der Muscn nicht spröde bleiben konntet). 
Obwohl der Meister selbst an der Ausführung neben seinen 
Münchener Gehülfen, dem treftlichen (S. 344 erwähnten) M. Echter 
und dem wackeren J. Muhr (geb. 1819 zu Pless in Schlesien, 1' 1865 
in München) unablässig Antheil nahm, so machten es doch seine 
ausserordentliche Erfindungs- und Gestaltungsgztbe, seine Formsicher- 
heit und rastlose 'l'hätigkeit möglich, während seines Winteraufent- 
halts zu München noch verschiedene andere bedeutende Werke zu 
schaffen und zum Theil zu vollenden. An der Spitze dieser stehen 
die Gemälde für die Aussenseite der neuen Pinakothek zu München, 
die Salamisschlacht und das Wandgemälde im germanischen Museum 
zu Nürnberg. 
W. v. Kaulhaclfs Wandg0111älde im Treppenhause 
gest. v. E. Eiclxens, B. Jacoby u. A. Berlin, Alex. 
v 
Berlin, 
des Neuen M1 
Duncker. 
ISBUIDS 
in
        

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