Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-529312
war unpopuläir, noch mehr aber Dombau und Camposanto selbst. 
Hätte Schinkel noch seine Hand an das Werk legen können, so 
würde es wahrscheinlich zur Ausführung gediehen sein; die archi- 
tektonischen Ideen des Königs hätten nur durch dessen geniale Ver- 
mittlung auch der Bevölkerung entsprechend gemacht werden können. 
Wenn aber ein hochstehender Offizier hinwarf: wdies, Projekt wird 
nicht ausgeführt, weil es in Berlin (in dieser Weise) unausftihrlaar 
istatk), so war diess wirklich im Sinne Berlins gesprochen. Der König 
selbst war unsicher geworden. Ohne die Camposantoarbeiten weiter 
zu fördern, für welche sogar die Zahlungen an den Meister einge- 
stellt blieben, drängte er viehnehr den Künstler zu einem neuen 
Entwurfe, zu welchem er allerdings schon 1845 den Auftrag gegeben 
hatte, nemlich zu einem colossalen Apsisbilde für den beabsichtigten 
Dom. Das neue Werk wurde begonnen, als in Berlin bereits das 
zweite Modell des Dombaus (Stüler) in der öffentlichen Meinung 
verworfen worden war. Cornelius selbst hatte sich für diese Auf- 
gabe nicht begeistern können, so dass seit dem ersten Auftrage eine 
Reihe von Jahren hingegangen war, ohne dass er darum die Arbeit 
am Camposanto-Gyklus unterbrochen hätte. Erst der bestimmt aus- 
gesprochene Wille des Königs und die von demselben erlangten aber 
ungünstig aufgenommenen Entwürfe von Veit und Steinle, welche 
den Meister zum Wettkampfe herausforderteii, hatten ihn zur Inan- 
griffnahlne bestimmt. Der vom Könige gegebene Gegenstand, adie 
Erwartung des "Weltgerichtsa wiederholte jedoch wenigstens theil- 
weise zu sehr den "Inhalt des Hauptgemäldes der Ludwigskirche und 
hatte überhaupt zu viel künstlerisch Unglückliches, als dass Corne- 
lius über das Gefühl des Oktroirten hinauskommen konnte. Wenn 
er daher auch an den König schrieb: aJe mehr ich mich in den 
Gegenstand vertiefe, desto mehr wächst Begeisterung und Drang ihn 
zu Tage zu förderm, so fühlte er doch selbst bei der Arbeit aus- 
gesprochenermassen das Uebergewieht der Reflexion des Alters. 
Cornelius war zum Entwurle der riesigen Gomposition im Frül1- 
ling 1853 wieder nach Rom gegangen; mit welcher Unfreudigkeit 
er aber das Werk schuf, davon legt der Umstand Zeugniss ab, dass 
er während der Herstellung lieber als sonst nach Nebenarbeiten griff, 
die seiner dramatischen Neigung mehr entsprachen. S0 entstand 
w 
Förster a. 
Band
        

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