Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-529305
meisterlich gelungene bezeichnet werden. Ohne irgendwo aus der 
nothwendigen Unterordnung sich zu erheben, verräth das gediegene 
Ornament ein decoratives Talent des Meisters, wie es wohl selten 
wird gefunden werden, und die Füllungen der Pilaster und Bogen- 
winkel, die candelaberartigen Säulchen und besonders die Piedestale 
der Gruppen der wseligkeitenc gehören zu den besten Schöpfungen 
dieser Art. Was die Gruppen selbst betrifft, so hätten sie nicht 
bloss die Münchener Bildhauer, sondern sogar, womit mehr gesagt 
ist als mit hundert Lobpreisungen, Rauch am liebsten gleich in 
Marmor ausgeführt, so gründlich verstanden offenbarten sich in ihnen 
die plastischen Bedingungen der Gruppenbildung trotz des hohen 
malerischen Reizes besonders der Frauengestalten. Die Entwürfe 
zu den eigentlichen Gemälden aber erhoben sich fast insgesammt 
Wenigstens über die Wandbilder der Ludwigskirche, obwohl auch 
hier einige durch besondere Bedeutung hervorstrahlten, wie die An- 
betung der Könige, die Trauer um den Leichnam Christi, die Ehe- 
brecherin vor Christus, der barmherzige Samaritaner, die Erweckung 
des Jünglings von Nain, die Auferweckung des Lazarus, die Steini- 
gung des Stephanus und die vier apokalyptischen Reiter. Wenn 
Cornelius während der Arbeit an Brügtgemann schrieb: vJeder Athem- 
zug bei dieser Arbeit ist mir eine tiefe Seligkeitla oder an Frln. 
Linder: slch habe in Rom das glücklichste Jahr meines Lebens 
verlebt. Nie habe ich mit solcher Wonne, ja Seligkeit gearbeitet... 
Ich fühlte bis in die Gebeine die heiligste Nähe, wie sie denn so 
oft dem Unwürdigen nahtc    so begreift man vor dem Werke 
diese Ueberschwenglichkeit. 
Bereits waren einzelne Entwürfe auch in Cartons übertragen, 
dazu die Grundmauern des Campo santo theilweise zu den Wänden 
emporgestiegen, welche die Gemälde selbt aufnehmen sollten, da 
störten die politischen Stürme der Jahre 1848 und 1849, wie es 
anfangs schien, vorläufig das Projekt. Doch nachdem diese ver- 
braust waren, wurde die Sistirung nicht aufgehoben, Hund während 
die Malereien im Treppenhause des Neuen Museums ununterbrochen 
weitergediehen, vergingen einige Jahre mit den unerquicklichsten 
Erörterungen über die Art und Weise der Fortsetzung. COFIIEliIIS 
 Briefe 
234 und S. 
vom 16. 
249). 
Dez. 
1843 
und 
VOlTl 
Juni 
1844 
irster
        

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