Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-529294
Roms. Er konnte sagen wie kein anderer, dass er sie bis in ihr 
innerstes Wesen verstanden habe. aDlE höchsten Erhebungen der 
Seele knüpfen sich an diese Werke, und ihr Eindruck nimmt mit 
dem Alter nicht nur nicht ab, sondern wird immer geiäuterter, 
inniger, tiefer, heiligcrc, schrieb er an Brüggemann. Näher als 
vorher gehen ihm nun auch die Raphaelischen Sibyllen in S. Maria 
della Pace, deren Einwirkung in den sWerken der Barmhcrzigkeitc 
unverkennbar ist und das gewonnene Uebergewicht über die Michel- 
angelesken Vorbilder der Sistina entschieden verrathen. Selbst dem 
Statfeleibilde des Urbinaten hatte er nun die früher ungekannte 
hladonneninnigkeit und Lieblichkeit, die zarte Majestät des Kindes 
abgelauscht, die nun mehrfach in mütterlichen Darstellungen wieder- 
kehrt. Dazu hatte er kurz vorher eine nicht zu unterschätzende 
Bereicherung seiner Kunstanschauung gewonnen: Denn bei einem 
Besuch, welchen er 1841 seinem enthusiastischen Freunde Lord 
Manson in England-abgestattet, hatte er die BaphaePschen Tapeten- 
cartonsr) gesehen und damit einen Blick in die Werkstatt seines 
grossen Vorbildes gethan, wie er ihm vorher nicht in dem Maasse 
vergönnt gewesen war. Einigen, wenn auch geringeren Einfluss auf 
ihn mochten etwa früher auch die Schöpfungen der Ingres'schen 
Schule, welche er 1838 in Paris zu sehen Gelegenheit gehabt, wie 
auch die Besichtigung der Schätze des Louvre gehabt haben. Er war 
auf dem Höhenpunkt seiner Kunst angelangt. 
Der Camposanto wurde als ein quadratisches Peristyl von 180' 
Lange an jeder Seite intendirt. Die architektonisch ungegliederten 
und nur von einigen Eingängen durchbrochenem, Wände sollten 
durchaus mit Fresken so geschmückt werden, dass immer je ein 
grösseres Gemäldefeeld aus einer Hauptdarstellung, einem Lünetten- 
bilde und einer schmalen Predella bestehend, mit je einem Gruppen- 
bilde der wacht Seligkeitenc wechseln sollte, welches letztere plastisch 
gedacht sich von nischenartigem Hintergründe abhob. Die Com- 
partimente sollten dann von reichem Ornament umrahmt und durch 
dasselbe zu einem Ganzen verbunden werden, in welchem architek- 
tonischen, plastischen und malerischen Anforderungen durch den 
Pinsel allein genügt würde. Schon diese Anordnung muss als eine 
Schloss 
Ü Damals im Schloss 
ndon. 
Reber, Kunstgeschichte. 
im 
Hamptouco 
lrt 
jetzt 
im 
South-Kensiugton-Museum 
ZU
        

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