Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-529258
des Königs oder der Regierung, sondern auf Gornelius Anerbicten 
hin Verhandlungen mit diesem gcpflogen wurden, welche den Alt- 
meister selbst nach Berlin führten. Der edle Graf hatte auch nicht 
auf Cornclius, den er nicht für erhältlich erachten mochte, sondern 
auf Kaulbach hingewiesen, swelchem etwa die Hunnenschlaicht oder 
die Zerstörung von Jerusalem in einem der Säle der Universität 
oder Akademie al fresco auszuführen aufgetragen werden solltea, 
ein Wunsch, der möglicherweise den kunstfreundlichen König Friedrich 
Wilhelm IV. zu der später wirklich erfolgten Berufung Kaulbaclfs 
für einen ähnlichen Zweck bestimmte. Der Austritt des Cornelius 
aus seinem Münchener Verbande und dessen Uebersiedlung nach 
Berlin war daher jedenfalls dem Könige wie den Kunstfreunden im 
höchsten Grade erwünscht, und selbst die Künstlerschait der alten 
Schule, Wach voran, kamen dem Ankömmling eifersuchtslos ent- 
gegen und beugten vor seiner unbezweifelten Ueberlegenheit williger 
das Haupt, als vor der vom Publikum gehälschelten Schadow'schen 
Schule. Wach erwies sich sogar als Freund, übernahm willig die 
Vertretung des Meisters bei dessen Abwesenheit in ausgesprochener 
Unterordnung, so dass dessen Tod als ein asehl" schmerzlicher Ver- 
luste Cornelius recht nahe ging. W. Hensel aber hielt in guten 
wie in bösen Zeiten als ein begeisterter Bewunderer an dem Meister 
und gab sich sogar alle Mühe, dem Könige wie dem Publikum den 
hohen Werth des seltenen Mannes recht bewusst zu machen und 
zu erhalten. 
Glück und Gelegenheit, ja sogar der eigene Genius waren da- 
gegen C0rnelius' erstem Auftreten keineswegs hold f). So sehr König 
Friedrich Wilhelm IV., der eben den Thron bestiegen, dafür glühte 
für Berlin das zu werden, was König Ludwig I. für München, so 
war ihm doch schon der Anfang durch den Umstand ungemein 
erschwert worden, dass Schinkel, welcher der Grundpfeiler des monu- 
mentalen Aufschwungs Berlins war, und nach des Königs Absicht 
noch mehr werden sollte, wenige Monate nach Cornelius Ankunft 
in Berlin starb. Der Auftrag, die Ausführung der Schinkelfresken 
in der Vorhalle des Alten Museums zu leiten, konnte Cornelius, der 
von Begierde nach eigener Thätigkeit brannte, tinmöglich erfreulich 
 Die {Literatur 
Band 1874. 
findet 
sich 
229, 
dazu 
Förster 
rter 
Cornelius
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.