Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-529240
ein unwahres Pathos, welches den fühlbaren Mangel an tieferem 
Gehalt und wahrer Empfindung nur ungenügend verhüllt. 
Die zwei Jahrzehnte, welche seit Waclfs Auftreten in Berlin 
vergangen waren, bilden im Gebiete der Malerei und vorab der 
Historienmalerei in der That eine Periode ruhmlosen Wirkens, welche 
zu dem herrlichen Aufschwunge, den Architektur und Plastik da- 
selbst in dieser Periode nahmen, in auffallendem Gegensatze steht. 
Das regelmässige Erscheinen der Düsseldorfer Werke auf den Berliner 
Ausstellungen wirkte trotz der warmen Bewunderung, welche ihnen 
das Publikum zollte, und trotz des Verdrusses, den diese in YVach 
und Genossen erweckte, doch nicht einschneidend genug, weil die 
Richtungsähnlichkeit im Ganzen gross und ihre Tendenz doch über- 
iviegend die technischer Bravour war. Da kam endlich beinahe 
gleichzeitig von den entlegensten Seiten her und zwar in den dia- 
metralsten Gegensätzen einstürmend ein neuer Anstoss: 1841 nein- 
lich ward Cornelius nach Berlin berufen und 1842 gelangten einige 
Werke der Belgier de Biefve und Gallait auf ihrem Triumphzug 
durch Deutschland nach Berlin. Die epocheniachcnde Wirkung der 
letzteren fällt mit dem Beginn einer neuen Kunstanschauung in der 
Malerei zusammen und wird in dem folgenden und letzten Buche 
zur Darstellung gelangen, das Auftreten des Cornelius, welchem bald 
das seines grössten Schülers folgte, gehört dagegen noch in diese 
Entwicklungsperiode und bildet sogar deren glänzenden und freilich 
noch Weit herabreichenden Abschluss, gewissermassen eine Ver- 
pflanzung der Münchener monumentalen Schule nach Berlin reprä- 
sentirend. 
Das Bedürfniss nach Zuzug von Aussen zur Belebung der 
Historieninalerei und. besonders der monumentalen Kunst war gerade 
damals in den Kreisen einsichtiger Kunstfreunde recht lebhaft empfun- 
den worden. Graf Baczynski in Berlin hatte auf den ersten Blättern 
des III. Bandes seines Werkes über die moderne deutsche Kunstt), 
welche wohl nicht später alS 1840 geschrieben sein können, auf die 
Nothwendigkeit solcher Berufungen hingewiesen und sie als eine 
Rettung für die Berliner Kunstztlstande bezeichnet. Er konnte da- 
mals nicht wissen, dass gleichzeitig und zwar nicht auf die Initiative 
Ca 
h_ 
Raczynski , 
12. 
Hist. 
de 
moderne 
Allemagne , 
Tome 
III.
        

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