Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-529196
Von seinen übrigen g-rösseren Werken entziehen sich seine Musen 
am Plafond des Berliner Schauspielhauses?) durch ihre Entfernung 
vom Beschauer und die zwei Gemälde in der evangelischen Peter- 
Paul-Kirche zu Moskautt) durch ihren Ort der Beurtheilung. Seine 
Gartens zu den Glasgemälden von Marienbtirg werden gerühmt. 
Die Psyche als Kranzwinderin von Amor bedrängtt-titt), scheint in- 
dess der Blumen wegen gemalt zu sein, indem das Beiwerk sogar 
tiberwiegt. Auch hier vermag die liebevolle Durchführung den Mangel 
an Phantasie und eigenem Formensinn, wie den Eindruck des An- 
gelernten nicht vergessen zu lassen. Recht tüchtig sind endlich die 
Bildnisse, wenn auch nicht unmittelbar und lebendig genug, wie das 
in Costüm und Stellung an Raphaels Johanna von Arragonien 
gemahnende Bildniss" der Gräfin RaczynskiJr), oder das Porträt des 
Ministers von Schön  Begreiflich ist, dass seine correkte Hand 
in der Zeichnung, sein Anlehnen an mustergiltige Vorbilder und seine 
vorwiegend technische und formale Richtung ihn wie seinen Ge- 
nossen W. Schadow ganz besonders zum Vorstand einer Akademie 
geeignet machten, obwohl er selbst deren Einrichtung tadelte und 
nach französischem Muster auf Atelierbildung hielt. Ebenso sicher 
aber ist es, dass bei seinem rückwärts gerichteten Blicke und dem 
Hemmniss, das immer im extrem Regelrechten liegt, wahrhaft grosse 
Künstlererscheinungen durch ihn nicht gefördert werden konnten, 
wie denn auch unter den nahezu hundert Schülern, die aus seinem 
Atelier hervorgegangen sind, keiner sich zum Meister ersten Ranges 
erschwungen hat. 
Neben Wach stellte sich seit dem Abgange W. Schad0w's nach 
Düsseldorf als Künstler gleichen Ranges, wenn auch in wesentlich 
verschiedener Richtung Carl J. Begas, dessen früherer Entwicklungs- 
gang schon in dem Abschnitte über die Romantiker (S. 269) in 
Betracht gezogen werden musste. An Unselbständjgkeit Wach ähn- 
lich war er übrigens wandelbarer als jener und lenkte, nachdem er 
bereits drei Entwicklungsphasen, die Davidische seiner französischen 
x) (1820) Gest. v. Caspar, 
h") (1822) Auferstehung und Abendmahl, beschrieben 
S. 99 fg. 
'33) (1834,) Nationalgallerie zu Berlin. Nr. 248. 
T) (1827) In der Raczynskigallerie zu Berlin. Nr. 56. 
H") In ganzer Figur. Stadtmuseum zu Kilnigsherg. 
im 
Kunstblatt 
1823.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.