Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-529160
schwung Antheil genommen und in seinen Entwürfen zu den Fresken 
des Alten Museums zu Berlin das einzige Monumentalwerk geschaffen, 
dessen Berlin unter den in den ersten vier Jahrzehnten unseres 
Jahrhunderts zu Berlin entstandenen, als eines wahrhaft bedeutenden 
und epochemachenden im Gebiete der Malerei sich rühmen kann. 
Dadurch, dass die Ausführung dieser grossartigen Schöpfung 
zum Theil misslungen ist, und sogar durch den Umstand, (lass Sie 
nach ihrer eigenthümlichen Art kaum vollkommen gelingen konnte, 
wird sie selbst keineswegs entwerthet. Wer die sechs grossen 
1828-1833 in Gouache ausgeführten Blätter der Goniposition t) 
kennt, wird ihr die Stelle, welche derselben hier gegeben wird, als 
gerechtfertigt betrachten. Weit entfernt von kahlem formalem Classi- 
cismus erscheint auch hier der classische Stoff durchdrungen vom 
Hauche romantischer Empfindung, und wenn auch gelegentlich die 
Formgebung noch die Befangenheit der Anschauungen Goethe's im 
Gebiet der Malerei verräth und die energische Mächtigkeit der Cor- 
neliusschen Gestalten, welche das bloss Geiäillige verschmäht, ver- 
missen lässt, so trägt doch das Ganze durchaus das Gepräge der 
genialsten Originalität und der Fähigkeit, einen grossen Gedanken 
auch entsprechend künstlerisch zu verkörpern. In der That ent- 
faltet diese symbolische Geschichte des Kosmos unter dem Bilde der 
Entwicklung des Tages aus der Nacht wie der Jahreszeiten, welcher 
in sinniger Schönheit die Entwicklung der menschlichen Cultur vom 
Morgen bis zum Abend des Lebens gegenübergesetzt wird, eine Fülle 
und Tiefe der Empfindung, welche den gewaltigen Genius in jeder 
Gruppe verräth, und als ein Denkmal desselben von kaum geringerem 
Werthe erscheint, als im architektonischen Gebiete das Gebäude 
selbst, für welches es der universelle Künstler geschaffen hat. 
Muss doch der Geschichtschreiber den Leser beinahe um Ent- 
schuldigung bitten, wenn er Schinkels grossem Namen, dem in seiner 
Zeit unter den Berliner Künstlern nur der Rauclfs beigesellt werden 
darf, jene anreiht, welche sonst als die Träger der Plistorienmalerei 
der ersten Jahrzehnte des neunzehnten Jahrhunderts in Berlin er- 
scheinen: vorab Wach und Begas, in zweiter Reihe Hensel, Hcrbig, 
Klöber und deren ältere Schüler. Denn von einer selbständigen oder 
gar bahnbrechenden Kraft ist bei keinem von den Genannten zu 
Im 
der 
Schinkel-Museum 
Zll 
Bauakadenlie 
Berlin 
befindlich.
        

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