Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-529114
Die religiöse 
Malerei. 
Carl 
und 
Andr. 
Müller 
Ittenbach. 
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römischen Studien ist unverkennbar; doch entfaltete der Künstler 
Selbständigkeit genug, um nicht zum Nachahmer herabzusinken. 
Die Wandmalereien sind als seine besten Werke zu bezeichnemweil 
sie ihm nicht gestatteten, in übermässigem Streben nach Farben- 
schönheit und Vollendung bis in's kleinste Detail so weit zu gehen, 
wie er es im Staffeleibilde vermochte, denn in diesem wird seine 
Farbe lalendend und dazu von kraftloser Zartheit, und die Durch-' 
führung erreicht zwar manchmal, wie z. B. in den Wolken einen 
bestechenden Zauber von Wahrheit, geht aber auch im Beiwerk ent- 
schieden zu weit, wie diess z. B. Maserirung, Fugen- und Nägel- 
zeichnung des Estrichs (Bild der Verkündigungt) zeigt. Zweifellos 
ist auch, dass er in Werken, die mehr Handlung entfalten sollten, 
geringer erscheint als in Madonnen- und Heiligenvorstellungen. 
Der ältere Bruder des Genannten, Andr. J. J. H. JlIüller, geb. 
1811 zu Cassel, hatte sich in München dem romantischen Genre 
gewidmet, dasselbe aber bald nach seiner Uebersiedlung nach Düssel- 
dorf verlassen und sich der religiösen Malerei zugewandt. Sein vier- 
jähriger Aufenthalt mit den vorgenannten in Rom hatte ihm Vielfache 
Anregung gegeben und die gemeinschaftliche Arbeit zu Apollinaris- 
bergab") ihn noch mehr gefördert; doch stehen seine Arbeiten unter 
denen seines Bruders. Dafür hat er sich durch die hauptsächlich 
von ihm entwickelte Technik der Wandmalerei mit gekochtem Oel, 
in welcher die siimmtlichen Gemälde daselbst ausgeführt sind, wie 
durch die ornamentalen Malereien, welchen jene Kirche einen grossen 
Theil ihres harmonischen Eindruckes verdankt, grosse Verdienste 
erworben. Später malte er in Sigmaringen die Künstlerbilder mit 
trefflicher Ornamentumfassung, die Altarbilder der Kirche zu Ziff- 
lich u. s. w. Die (nach dem Carton zu urtheilen) sehr schöne 
Josephstafel, Darstellungen aus der Geschichte des Heiligen in reichem 
Ornament entwickelnd, ging leider beim Akademiebrande in Düssel- 
dorf zu Grunde. 
Frierl. Ittenback, geb. in Königswinter 1813, der vierte der 
Künstlergelwsäcn am-Apollinarisberg, hatte sich überwiegend das 
Heiligenbildniss zum Gegenstand gewählt. Edle Zartheit zeichnet 
k) (1852) In der städtischen Gemäldesammlung zu Düsseldorf, Nr, 26_ 
M) Von ihm sind die vier Darstellungen aus dem Leben des h. Apollinaris, von 
Namenspatronen der Fürstenbergächen Familie und einige allegorische Figuren. 
        

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