Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-529052
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der herxrorragenderen Vertreter der Profanhistorie eine besondere 
Stelle ein, ncnilich Alf. Rethel, geb. 1816 Zll Aachen, T 1859. Durch 
seine Antipathie gegen die akademische Maltechnik vielmehr unter 
die Geistesvervvandten eines Cornelius, wie eines W. Schadow zu 
zählen, darf er als der einzige eigentlich monumentale Maler der 
Schadowlschen Periode bezeichnet werden. Wie wenige seiner Zeit- 
genossen früh entwickelt, war er als zwanzigjähriger Jüngling schon 
ein Meister, der sich mit manchem grauen Haupte der Akademie 
messen konnte. Grossartig und ideenreich kann er namentlich nicht 
zu jenen Düsseldorfern gerechnet werden, denen der Gegenstand 
nur gleichgültige Folie für künstlerische Virtuosität war, indem ihn 
vielmehr der erwählte Stoff so beherrschte, dass er die Ausführung 
der Gomposition entschieden unterordnete, wie er sich auch in der 
Regel zu cyklischer Behandlung gedrängt fühlte, da er den Stoff in 
einem Werke nicht zu erschöpfen vermochte. Den Anfang machte er 
mit den Bonifaciuscompositionen, von welchen jedoch nur einige zur 
Ausführung gelangten, wie die Einzelgestalt des irischen Missionarst) 
und wdie Fällung der Wodanseichec. Als Einzelschöpfung verdient 
wDaniel in der Löwengrubeatt) freilich die übliche Werthschätzung 
als ziemlich akademisch nur insoferne, als das Bild- zeigt, wie er 
auch die coloristische Methode seiner Schule sich eigen gemacht hat, 
so sehr sie gleichwohl seiner Empfindung widerstrebte. Inhaltlich 
bedeutender und fesselnder ist die einen Mörder verfolgende Nemesis, 
welche, durch die Laune einer Kunstvereinsverlosung einem unge- 
rechten Richter zugefallen, diesen sogar in Wahnsinn oder nach 
einem anderen Berichte zur Bekehrung getrieben haben soll. Vollendet 
wurden diese Werke indess erst in Frankfurt, wohin er, von Veit 
angezogen wie von der Richtung Düsseldorfs abgestossen, überge- 
siedelt war. Doch vindicirte ihn die verlassene Stadt wieder als 
ihren Schüler, als der rheinische Kunstverein daselbst seinen Ent- 
Würfen zur Geschichte Karl des Grossen in der Concurrenz für die 
Ausmalung des Rathhaussaales zu Aachen den verdienten Preis 
Zuerkannte. Die merkwürdigen Fresken füllten nun den grössten 
Theil seiner leider kurz gemessenen Künstlerlaufbahn, und gehören 
im Besitz des verstorbenen Erzbischofs Frhr. v. 
Im Städelschen Museum zu Frankfurt, Nr. 375, 
SPißgel 
Cöln. 
ZU
        

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