Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-529039
und 
sein 
realer 
Natursinn 
drängte 
ihn 
vielmehr 
ZU 
Scenen 
aus 
der 
Geschichte. 
Die romantische Strömung hatte das Interesse des deutschen 
Volkes vorzugsweise auf die Hohenstaufenzeit und auf die Periode 
der Kreuzzüge gelenkt und die Kunst kam natürlich diesem Interesse 
entgegen. Lessing aber fühlte sich besonders von dem Conilict 
zwischen Kirche und Staat angezogen, weicher nicht bloss die Periode 
des schwäbischen Kaiserhauses, sondern auch die vorausgehenden und 
nachfolgenden Jahrhunderte, überhaupt das ganze Mittelalter füllte, 
und griff zuerst sogar in eine spätere, von ihm mit grosser Vorliebe 
wiederholt behandelte Tragödie, neinlich die Geschichte der Hussiten. 
Schon 1834 erschien die epochemachende Skizze seiner Hussiten- 
predigt, welche 1835 zum Carton und 1836 zum grossen Oelbilde 
sich gestaltetem). Indess fesselten ihn noch einige Zeit seine Arbeiten 
für Heltorfitii) an das frühere Mittelalter. wEzzelin von den Mönchen 
zur Busse ermahnte wir), sGefangennehmung des Papstes Paschalis 
durch Kaiser Heinrich V11") und sHeinrich V. vor dein Kloster Prü- 
feninga 11-) liessen jedoch überall die Vorliebe für den Kirchenstreit 
erkennen. Vor dem letzteren war aber in wHuss zu'(]0stnitz seine 
Lehre vertheidigendc 1-1-1) gewissermassen der zweite Akt seiner 
Reformationsbilder erschienen, Welchem 9 Jahre später der dritte in 
xHLlSS zum Scheiterhaufen geführte 31-) sich anreihte. Die weitere Ver- 
tiefung in die Reformationsgeschichte führte ihn dann zur Darstellung 
aus der Geschichte Luthers Der xVerbrennung der lpäpstlichcn Bulle 
vor dem Elsterthor zu Wittenberga (1853), folgten die sThesen 
Lutherstüpt-t) und endlich die Disputation zwischen Luther und Eck 
auf der Pleissenburg bei Leipzigwii), 'mit welchem der Künstler 
vielleicht seine Historienbilder zum Abschluss gebracht hat. An 
i) Im Besitz des deutschen Kaisers, gest. v. Hoffmann. 
H) Die Erstürmung yon Iconium ausgeführt von Plüddemann. 
tat") (1838) Im StädePschen Museum zu Frankfurt. Nr. 370, lith. v. E. E. Schäffer, 
1-) (1840) Im Besitz des Direktors Bendemann z. Düsseldorf, gest. v. Oelschig. 
H) (1844) Im Besitz des Königs von Hannover. 
1-11) (1842) lrn Städefschen Museum zu Frankfurt. Nr. 369, lith. v. Wildt. 
 (1351,) In den Besitz des ehem. Consuls Böcker in Nerv-York gelangt, 
st. v. Jansen. 
ge 1M") Gest. v. J. L. Railb- 
tilrf) ln der Kunsthalle zu Carlsruhe.
        

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