Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-528975
Stilke 
Pli 
deman 
385 
Wie weise diese auch an den späteren Arbeiten bewahrte Zu- 
rückhaltung Stilkeis war, hat H. Plüddenzann (geb. 1809 zu Kolberg, 
T 1868 zu Dresden) gezeigt. Nachdem er aus Begas' Schule nach 
Düsseldorf gelangt, schon in seiner xAuffindung der Leiche Roland's(( 
(1834) sein künstlerisches Vermögen überschritten, blieben auch seine 
Geschichtsbilder n1it Darstellungen aus der Hohenstaufenzeit, wie 
xCOHITlCllII auf dem Schaffotß) hinter seinem Wollen und dem Stoffe 
zurück, der mit fleissiger Tüchtigkeit und Solidität allein nicht zu 
bewältigen war. So konnte auch von seinen drei Columbusbildern, 
sEntdcckung Amerikalsatt), sColumbus' Einzug in Barcellonae und 
vTod des Entdeckerss, nur das letztere, wie die später gemalte wElfl- 
kehr Columbus im Kloster La Rabidak des Künstlers Begabung 
entsprechen, während die vEntdeckungx namentlich durch die Ru- 
ben'sche Schöpfung ganz in Schatten gestellt worden ist. Je mehr 
er überdiess in zeitgemässem Ucbergang das romantische Kielwasser 
verliess, desto weniger war er den Darstellungen gewachsen, da ihm 
hiebei auch nicht die coloristischen und realistischen Fortschritte der 
neuesten Zeit, zu deren Aufnahme er sich nicht entschliessen konnte, 
unterstützend zur Seite standen, wie seine letzten Werke aLuther zu 
Wormsattt) und mehr genreartige Scenen aus dem Leben Alba's 
und Wallensteins zeigen.  
Von der weitesttragcnden Bedeutung für die Entwicklung der 
modernen Geschichtsmalerei wurden dagegen Tlzeod. Ilildebravzdt und 
K. F. Lessing. Sie beruhte vorzugsweise darin, dass sie die in der 
Schadow-Schule schon von vorneherein im Keime vorhandene rea- 
listisch-coloristische Tendenz kräftiger verfolgten und dadurch dem 
eklektischen Manierismus {der Schule ein Ende und zugleich die 
Brücke zur neuesten Phase der Malerei bereiteten. Noch beherrschte 
beide der romantische Geist in Stoffgebietund Empfindung, aber je 
mßil? das efStßre von Motiven der romantischen Dichtung zur realen 
Pfüfälnhistorie übefging, desto mehr musste sich ihnen die Noth- 
Wendigkeit aufdrängen, von den Mitteln realer Darstellung sich das 
Erreichbare anzueignen. Ob dabei die der Wirklichkeit näher liegen- 
 
Rheinland 
für 
i) Wie das obige vorausgenannte 1836 für den Kunstverein 
und Westphalen gemalt. 
H") (1836) Berliner Nalionalgallerie. Nr. 167. 
 In der Berliner akademischen Ausstellung von 1866, 
Reber, Kunstgeschichte.  
25
        

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