Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-528945
E. Steinbrück aus Magdeburg, geb. 1802, hatte sich, obwohl 
von ähnlichen Grundsätzen wie Sohn ausgehend, mehr an romantische 
Stoffe gehalten und in diesen seine Folien für die Darstellung weib- 
licher Schönheit gefunden. So besonders in Genovefa, Rothkäippchen, 
Undine, den Elfen, der Nymphe von der Düssel u. a. Zwar hat er 
sich auch in das Gebiet der Antike und der Bibel gewagt, aber seine 
Venus ist die VQHHS RHS dem getreuen Eckhardt und seine Hagar 
mit Ismael eine alttestamentliche Genovefa. Im christlichen Gebiete 
erscheint er sogar geradezu süsslich und ohne PÜDIIICDSXKYGFÜIO Eigenart. 
Wahrhaft bewundernswürdig sind aber seine halbrealen Darstellungen, 
wie die badenden Kinder, deren reizende Naivetitt durch die überaus 
sorgfältige Ausführung keineswegs beeinträchtigt wird. In den xElfCHa t) 
(nach Tieck), in xGenovrefatütt), wUndinee trat) u. s. w. geht durch 
die Oelfarbe, obwohl die letztere bei der klaren, transparenten, zarten 
und duftigen Farbe Steinbrückls dem romantischen Märchenstoff weit 
mehr entspricht, als bei Schiviiicfsclien Oelbildern, doch viel von 
dem Zauber verloren, welchen Poesie und Musik und von den bild- 
lichen Darstellungsmittehl Aquarell oder Radirung in (liescm der 
körperhaften Realität fernsten Gebiete zu verleihen vermag. Wie 
Sohn und die Mehrzahl der Idealmaler Düsseldorfs beschränkt sich 
auch Steinbrück am liebsten auf Einzelfiguren, welchen er dann die 
eingehendste Durchführung widmet. 
Die bisher behandelte ldealmalerei Düsseldorfs krankte jedoch, 
wie einst die der Akademie zu Bologna, an dem Umstande, dass 
der Stoff an sich fast gleichgiltig war und nur zur Darlegung for- 
maler Meisterschaft die Gelegenheit darbieten sollte. Gegenständliche 
Bedeutung und zwecklichen Werth konnte in diesem Gebiete nur die 
netltestamentliche Kunst haben, welche nicht blos geduldet, sondern 
begehrt und dadurch am Leben erhalten, ja sogar zu neuen Aus- 
drucksformen des Alten gedrängt wurde. Mehr noch als die letztere, 
von welcher unten gesprochen werden soll, war aber die Profanhistorie 
im Vortheil gegenständlicher Anregungsfähigkeit für den Künstler. 
Wie nemlich dieselbe die moderne Erkenntniss und das nationale 
 Wie die "hadenden Kinder" (1834) in der Nntionalgallerie 
N11 237 um] 238. 
H) (l835.) Grossherzogl. llluseum zu Darmstadt Nr. 129, 
m) (1838) Im Besitz des deutschen Kaisers. 
BerÄ
        

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