Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-528920
hervorzuheben. Von den Eklektikern auf eigene Faust sind A. Zim- 
mermann, geb. 1'799 in de? LauSifZ, J. P. Götting aus Aachen, erst 
Bildhauer und dann Maler, und R. Reimck, geb. 1807 zu Danzig, 
zu nennen; ferner O. Mengelberg aus Düsseldorf, geb. 1817, schon 
frühzeitig durch seine Seiden- und Sammtstoffe Aufsehen erregend, 
und bis in die neueste Zeit unter den geachtetsten Düsseldorfer 
Künstlernamen im religiösen und historischen Gebiete genannt, und 
endliCh J- Messe", geb- 1821 zu Göln, nachmals Conservator des 
Wallraf-Richartfscheii Museums seiner Vaterstadt, welcher seine Auf- 
merksamkeit vornehmlich coloristischen Studien nach den oberitalieni- 
sehen Malern gewidmet hat. 
Aus dem Obigen wird jedoch hervorgegangen sein, dass den 
Principien der Schule entsprechend das gewählte Lieblingsgelaiet 
keineswegs von clominirendem Einflusse gewesen sei. Bendemann's 
Kunst ist so wenig wie die Schadoixds, Hübner's und Köhlefs an 
das Biblische geknüpft und ihre Eigenart würde sich auf anderem 
Gebiet wohl ganz ebenso entfaltet haben. Ihre mehr formalen Vor- 
züge ergreifen in dem Stoffe nur die entsprechende Gelegenheit, sich 
zum Ausdrucke zu bringen. Dessl1alb sind ihnen dem Principe nach 
auch die Künstler ganz verwandt, welche ihre Gegenstände in der 
Antike wie in der Märchenromantik suchen, in welchen Gebieten 
uns zwei hervorragende Meister begegnen, Sohn und Steinbrück. 
O. Sohn, geb. 1805 zu Berlin, 1' 1867 zu Cöln, war schon ein 
Meister, als er mit Schadow nach Düsseldorf kam und entzückte 
lyereits 1827 durch wRinaldo und Armida in Umarmungcf) das 
Publikum durch die Schönheit der Gestalten, wie den Farbenschnuelz 
und die technische Vollendung überhaupt. Die drei genannten Eigen- 
schaften des iVerkes waren auch das bleibende Ziel seiner "Fhätigkeit. 
Die Schönheit des jugendlichen menschlichen Leibes, die er indess 
weder aus der Antike noch von den Ginquecentisten bezogen, son- 
dern der Natur und eigener Empfindung abgelauscht hatte, mit allen 
technischen Mitteln wiederzugeben, ist nemlich der Inhalt seiner ge- 
sammten Kunst. Er musste erkennen, dass leidenschaftliche Er- 
regungen seinem Zwecke minder günstig waren als die Darstellung 
ruhigen, glücklichen, wonnig üppigen Seins, höchstens durch die 
Liebe gesteigert, doch nicht so sehr bewegt, dass dadurch seine ge- 
Im 
Besitz des 
VOH 
Friedrich 
Prinzen 
Preussen, 
lith, 
Kehr 
und Niessen.
        

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