Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-528915
den Jeremias, während zur Linken Frauen ihre todten Kinder be- 
trauern, zur Rechten ein Knabe zu einem verwundeten Krieger 
emporblicktä). Uanchc Kunstfreuncle ziehen dieses etwas breiter 
angelegte Werk dem ersteren vor; man darf indess behaupten, dass 
es als Composition den Vorrang nicht verdient, während seine dritte 
der neuesten Zeit angehörige Schöpfung aus diesem Gebiete, die 
Wegführung der Juden ints Exil darstellendw), beiden gewiss nach- 
steht, da mit dem Versuch des Meisters, den modernen Anforderungen 
an Realität und coloristische Effekte gerecht zu werden, die ihm 
vordem eigenthümlichen Vorzüge wesentlich geschädigt erscheinen. 
Wenn aber einer unter den damaligen Düsseldorfer Vertretern der 
idealen Profankunst geeignet war, dieselbe in monumentalen Dimen- 
sionen zu vertreten, so war es dennoch Bendemann, der denn auch 
seine Begabung hiefür in Dresden, wohin er 1838 berufen ward, in 
ausgedehnter Weise zu bethätigen Gelegenheit fand. Man konnte 
ihm bald einen Rang einräumen ähnlich dem Kaullaachts, wenn auch 
nicht zu leugnen ist, dass seine monumentalen Werke nicht blos den 
etwas bitteren Beigeschmack derjenigen seines grossen Münchener 
Zeitgenossen, sondern überhaupt den intensiven Gehalt des letzteren 
entbehren. Ohne eine Kühnheit aber, die selbst vor Missgriffen nicht 
zurückschreckt, gibt es keine volle Grösse. vDie Furcht vor gemalten 
(lummen Streichenc, welche Immermann bezeichnend den charakte- 
ristischen Zug der ganzen Schule nennt, ist auch in Bendeinann's 
monumentalen Schöpfungen dem Adlerflug eines vollen künstlerischen 
Genius noch entgegen, und so ist auch ihr Eindruck vorwiegend der 
correkter Schönheit, aber nicht der hinreissender Gewalt. Doch auf 
die Arbeiten im Dresdener Schloss, wie auf die meines Ermessens 
herrlichste Schöpfung des Künstlers, den Fries der Düsseldorfer Real- 
Sßhülß, Wird noch besonders zurückzukommen sein. 
Von den späteren Vertretern des biblischen Gebietes bildeten 
naturgemäss die Nachfolger der Bendemannschen Richtung die Mehr- 
zahl. Von diesen ist A. Ehrhardt, geb. 1813 zu Berlin, der auch 
von Berlin aus dem Meister nach Dresden folgte, um ihn in den 
Schlossfresken zu unterstützen, und A. Heubel, geb. 1813 zu Riga, 
 
a") (1834-1836.) Im Besitz des deutschen Kaisers 
zynski, lith. v. B. Weisse. 
'11) (1872 vollendet.) National-Gallerie zu Berlin. 
geSt- 
Felsing 
Rac- 
für
        

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