Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-528891
Stadt erfährt f), sich in einem Vorwürfe versucht hatte, wo der 
Reichthum der Stoffe und Gerätbe dem dramatischen Effekte förderlich 
entgegenzukommen schien, hielt er es doch für besser Wieder zur 
Bibel oder zu allegorischen Figuren zurückzukehren und lieferte ausser 
der zartempfundenen Hagar mit Ismaeltt) namentlich noch den 
Einzug David's in Jerusalem twt) und die Aussetzung Mosist), wäh- 
rend unter den allegorischen Bildern adie erwachende Germaniac, 
leider, so sehr das Werk dem Inhalt wie der Ausführung nach die 
Erwerbung im Vaterlande verdiente, damals in Deutschland nicht 
gewolltTT), hervorragte. 
Wie Köhier sich an Schadow als dessen Lieblingsschüler an- 
SClllOSS, so Eduard Bendemavzn, geb. 1811 zu Berlin, an Hühner, 
auf welchen letztern übrigens des Schülers unstreitig grösseres Talent 
reichlich zurückwirkte. Er hatte sich schon in Berlin, noch als Gym- 
nasiast, zu Schadow gewendet, und war ihm später an den Rhein 
nachgezogen, um, wie sich bald zeigte, eine der glänzendsten Zierden 
der rheinischen Kunst zu werden. Nicht von Geburt, aber von Ab- 
kunft dem alten Testamente näher stehend, hatte er wie Köhler in 
der Bibel seine vornehmsten Gegenstände gefunden, Welche jedoch 
nicht epischen oder dramatischen, sondern vielmehr von jenem lyri- 
schen Charakter sind, welcher der damaligen Düsseldorfer Kunst im 
Gegensatz zur Cornelianischen durchgängig den romantischen Stempel 
aufdrückte. Was Schadows Freund Immermann treffend von der 
ganzen Schule sagt, xdass das Weiche, Ferne, Musikalische, Con- 
templative, Subjective vor dem Starken, Nahen, Plastischen, Han- 
delnden vorwaltec, das gilt auch von ihm zum grossen Theil. Nicht 
die grossen Ereignisse und Aktives, sondern die Zustände und Pas- 
sives begeisterten seinen Pinsel. Desshalb lieferten ihm daher auch 
nicht die Bücher Mosis, sondern die Propheten und das hohe Lied 
die Stoffe oder wenigstens die Motive. So hatte er seinen Ruhm 
d") (1843) 1m Besitz des Königs von Hannover, lith. v. J. 
Wiederholung (1852) in der Nationalgallerie zu Berlin. 
 (l844.) Städtische Gemäldesanmmlung in Düsseldorf. Nr. 
 Im Besitz des deutschen Kaisers. 
T) Für J. Buddeus in Düsseldorf gemalt, gest. v. Felsing. 
H) In den Besitz des Hrn. Böcker in New-York gelangt. 
Giere, 
22. 
veränderte
        

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