Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-528878
die Schwäche seines Talentes erkennend in seiner Bescheidenheit 
allenthalben zurück und blieb ohne Einfluss. Wenn in der ersteren 
Zeit etwas im Geiste des Cornelius geschah, so war es die Fort- 
setzung der Malereien zu Heltorf für Graf Spee und namentlich die 
durch Mosler durehgesetzte Bestimmung des 1829  Kunst" 
Vereins für die Rheinlande und Westphalen, dass ein Fünftel der 
Jahresbeiträge in den sog. öffentlichen Fonds fliessen sollte, welcher 
zur Herstellung monumentaler Arbeiten bestimmt war und seinen 
Zweck vielfach glänzend erreichte, wie z. B. die Gemälde Rethells 
im Aachener Rathhause, die Overbecksche Plimmelfahrt Mariti im 
Dom zu Göln, der Bentlemanirsche Fries in der Ptealschule zu 
Düsseldorf u. s. w. beweisen. Je weniger 211381" sonst von einer 
Gornelianischen Tradition die Rede sein konnte, um so durchgreifen- 
der entfalteten die Mitglieder der von Schadow eingerichteten Nleister- 
klasse ihre schulbildende Thätigkeit, sofort aehtunggebietcntl durch 
ihre Geschlossenheit, neidlose Gegenseitigkeit und gemeinsame Be- 
strebung wie durch glückliche Verbindung verschiedenartiger Talente. 
Schadow am nächsten stand B. J. B. Hülmcr aus Oels in 
Schlesien, geb. 1806, welcher zwar nach Schadow's Berufung nur 
noch einige Jahre in Düsseldorf blieb, aber 1831 seinen Lehrer von 
Italien aus wieder dahin zurückbegleitete und bis 1839 in der Rhein- 
stadt wirkte. Sein Stolfgebiet ist ähnlich und vorwiegend biblisch 
und in gleicher Weise mit mehr Reflexion als Phantasie und Em- 
pfindung behandelt. Dass dabei die protestantische Gruntlanschauung 
noch wesentlichen Antheil hatte und seine Schöpfungen von denen 
seines Meisters unterschied, lässt sich eben nicht sagen. Die Dar- 
stämmigen aus dem alten Testament sind von besonderer Tüchtig- 
kell, Wie wRuth, ihre Stiefmuttci" Naemi in die Fremde begleitende f) 
und nalnenüich vHiob und seine Freundewt), an welchem letzteren 
auch Schon die venetianischen (loloritstudien der Schule entgegen- 
treten.  Im christlichen Stotfgebiet dagegen ist seine Behandlung 
fast nazarenisch: So in einer h. Familiefff), Christus über den vier 
Evangelisten SChWebendT), dem Christkind auf Wolken-lt), Ecce 
1') (1830) Im Besitze des deutschen Kaisers. 
M) (1836-1838.) Im StädePschen Museum zu Frankfurt. Nr. 37; 
i") (1833) Aus der Lacanuäschen Sammlung im Leipziger Museunm NL NL 
T) (1834) Altarbild der Kirche zu Meseritz, gest. v. J. Keller für Raczynski. 
H) (1837) Nationalgallerie zu Berlin. Nr. 93.
        

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