Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-528854
künstlerisches Denken ging weniger in die Breite als in die Tiefe, 
freilich in mehr consequenter und läeharrlichei" als in quellenfinden- 
der Bohrung, wie sie nur dem Ahntlngsvermögen des Genius gelingt. 
Schadow"s dem religiösen Gebiete angehörige Werke haben etwas 
sehr Unerfreuliches. Wenn wir vor Overbeck's Schöpfungen uns des 
Eindruckes einer Copie selten erwehren können, so ist uns doch 
bewusst, welchem Gebiete die Originale angehören. Bei Schadow's 
grösseren Gemälden empfinden wir nun zwar dasselbe Gemahnen 
an etwas schon Dagewesenes; allein vergeblich suchen wir nach dem 
Vorbilde, an welches sich das Werk vorwiegend anlehnt. Die feh- 
lende Originalität wird aber durch die combinirten Vorbilder nicht 
erqilicklicher und der Charakter der Copie dadurch, dass ein bestimmtes 
Original nicht nachzuweisen ist, nicht aufgehoben, sondern nur 
verwirrt. Und dieser Eindruck begleitet uns von den frühesten 
Schöpfungen bis zu den spätesten, unter welchen Christus unter den 
Pharisäern  die Madonna als Himmelskönigin ff), die vier Evan- 
gelistenwt), die Jünger auf dem Wege nach Emaust), Christus am 
Oelberge  Mater dolorosa  die klugen und thörichten Jung- 
frauen  der gute Hirtw), die Himmelfahrt Maria ritt), der Brunnen 
des Lebens  und seinletztes Werk: Himmel, Hölle und Fegfeuer-f-T) 
hervorzuheben sind. Die Porträts dagegen gewinnen dadurch, dass 
sie über reine Modellstudien hinausgehen und überall die denkende 
Auffassung des Meisters verrathen, einen besonderen und bleibenden 
Werth; Sie werden dadurch gewissermassen zum Ausdruck der 
"ganzen Richtuugg; des Meisters wie seiner älteren Schule, welche in 
der bis zum Reflektirten bewussten Benutzung des Modells unter 
Aufgebot aller älteren wie neueren Mittel beruht. 
1') (1827.) Unter der v. Ampaclfschen Gemäldereihe im Dom zu Naumburg. 
M) (1833) In der Klosterkirche der barmherzigen Schwestern zu Coblenz. 
t") (1828) In der Werdefschen Kirche zu Berlin. 
1834. In d r M rktk'r le zu Hannover. 
1-3 218353 Ause Afißenlmlämanms Nachlass jetzt im Berliner hlational- 
museum N1". 47- 
f-H) (1836) Altarbild in der Pfarrkirche zu Dülmeu, gest. v. Hoffmann. 
w) CaI-ton von 1838, gemalt 1843, im Städefschen Museum zu Frankfurt. 
M) (1845) Im Besitz des Kaisers von Russland. 
ßkhkßk) (1345,) Dominikanerkirche zu Aachen. 
1-) (1848) Im Besitz des deutschen Kaisers. 
H) Nach dem Tode des Künstlers in den Justizpalast zu Düsseldorf gelangt.
        

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