Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-528838
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Begründer der Düsseldorfer Malerschule, Wilhelm v. Sckadow. Wir 
haben ihn als Nazarener in Rom kennen gelernt 4') und gesehen, 
wie ihn der ldeen- und Charakterstyl eines Cornelius, jene moderne 
Ethographie, trotz seiner Betheiligung an den ersten monumentalen 
Arbeiten nicht befricdigte, und wie er erklärtcrmassen seine Richtung 
aus Modell und Technik, wie aus tüchtigem Schulstudium heraus- 
zuentwickeln strebte. Seine Tendenz war kein Bruch mit dem Vor- 
liegenden, sondern eine Combination desselben. Classicität, Cinque- 
cento und Natur waren ihm gleichberechtigte Vorbilder, jedoch nur 
Vorbilder im formalen Sinne. Das oft in verschiedenem Sinne 
gebrautlhle W011, edel" Maler muss malen könnenc, leitete ihn damals 
schon zu besonderer Vorliebe für den tretflichen Schick, zu dem- 
jenigen Classicisten, der die malerische Technik auf eine seiner 
Composition und Zeichnung entsprechende. Höhe gebracht hatte, und 
dadurch zum Ideal der modernen Chrestographen geworden war. 
Schadow ging jedoch beträchtlich weiter als Schick, indem er es 
stets betonte, dass ihm alles Componiren fruchtlos schiene, wenn 
dabei technisches und Naturstudium, vorab Porträtmalerei vernach- 
lässigt werde. Der Gegensatz gegen die vorherrschende Kunst des 
Geistes und der Phantasie, wie sie Cornelius pflegte, oder gegen die 
Overbeck'sche Kunstanschauung vom Standpunkte der Präraphaeliten 
aus war damit ausgesprochen. Dazu verwarf er die Frescomalerei 
als eine 'l'echnik, welche eine durchgebildete Modellirung und über- 
haupt technische Vervollkommnung, insbesondere aber die Annähe- 
rung an das Naturvorbild, das Modell, nicht in der Weise gestatte, 
wie die, als langsamer trocknend, der Ueberarbeitung mehr zugäng- 
liche und dazu saftigere, wärmere und somit dem Leben näher 
stehende Oelmalerei. Denn nicht mehr blos Correktiv des im Geiste 
Geschauten und aus der Phantasie Geschaffenen, sondern das un- 
bßdlngtc Vorbild von der Entstehung eines Werkes an bis zum Ab- 
SClIlUSS Sollten Natur und Modell sein, welches der Phantasie nur 
eine in leichter Durchsichtigkeit verklärende, dem Alterthum und 
Cinqtieceilto aber nur eine vermittelnde Rolle übrig zu lassen hätten. 
Mit diesen Grundsätzen hatte W. Schadow 1819 fast gleichzeitig 
mit Cornelius Rom verlassen und sich zunächst nach Berlin zurück- 
beggbcn, wo ihm die Leitung eines vom Staat dotirten aber von 
Buch. 
C1411)" 
219.
        

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