Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-528794
Fischer. 
Die 
Glasmalerei. 
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ein Ziel gesetzt sah.  In unsern Tagen endlich strebte der Tiroler 
A, Plamwr in seinen Fresken zu Zier] und in den Arkaden des 
Innsbrucker Friedhofes sich noch näher an C0rnelius' energische 
Weise zu halten und es- wäre nicht unmöglich, dass seine Erfolge 
bei entsprechenden monumentalen Aufgaben sich noch steigern 
könnten. 
Schliesslich ist hier noch der Schöpfungen der Münchener Glas- 
malerei zu gedenken, deren Anfänge zwar in die romantische Periode 
zurückgreifen, deren Blüthe aber selbstverständlich von der, wie im 
vorigen Buche dargethan worden, verhältnissmässig späten Entwick- 
lung C191" Fülnantischen Architektur abhängig sein musste. Man. war 
in der That in jener Periode über die Incunabeln und das rein 
'l'echnische der Kunst auf dem Wege der Forschungtt) wie des 
Experiments nicht hinausgekommen. Den letzteren hatte der Por- 
zellanmaler. M S. Frank (geb. zu Nürnberg 1770, 1' 1847 zu 
München) schon in den ersten Jahren dieses Jahrhunderts betreten 
und es dahin gebracht Wappen und allegorische Figuren auf weissem 
Glas in ziemlicher Tüchtigkeit herzustellen. Trotz der eminenten 
Vervollkommnung dieses Verfahrens, welches M. Boisseree durch die 
Uebertragung kleiner flandrischer Gemälde in Glas um 1827 durch 
F. W Vörtel aus Dresden erzielte, hatte es sich jedoch bald ergeben, 
(lass zur Herstellung grösserer Werke die Benutzung farbigen (Ueber- 
fang-)Glases unentbehrlich sei, und da man den vorhandenen Vor- 
rath als unzulänglich befunden, dürfte die zu Benedictlaeuren zur 
Herstellung der nothwendigen Nuancen eingerichtete Hütte als die 
hauptsächlichste Amme der wiedergebornen Kunst bezeichnet und 
der Münchener Kunst an ihrer Entwicklung der hervorragendste 
Antheil zugeschrieben werden. Derjenige aber, Welcher sie auf die 
Anregung von F. Gärtner und H. Hess auf die jetzige Höhe gehoben, 
ist unbestreitbar M. E, Ainmüller, geb. 1807 zu München, 1- da- 
selbst 1870. Als Architekturschüler in die Münchener Akademie 
eingetreten, hatte er sich besonders auf das Ornamentfaeh geworfen, 
und dieses führte ihn, seit er die Stelle eines Ornamentzeichners an 
der k. Porzcllanmanufaktur angenommen, bei der unmittelbaren 
3) Brogniart, Mämoires sur la peinture sur serre. Paris 1829. M. A, Gesseyt 
Geschichte der Glasmalerei in Deutschland u. s. w. Stuttgart 1839_ Song; 
Kunstblatt 1820. 1836. 1839. 1840. 
        

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