Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-528787
Hess drängten den ersteren zu Ende seines Münchener Aufenthalts 
wieder zur profanen Historienmalerei (Burgleben der Frauen und 
Sage vom Schwanenritter in Hohensclnvangau), wie zum romanti- 
schen Genre (Ueberfall eines das Allerheiligste tragenden Mönches 
durch Räuber 1838, Ave Maria auf dem See 1839, Eintritt in's 
Kloster u. s. w.) zurücki"), Während der letztere, der sich auch in 
der Glasmalerei selbst versuchte, über der Arbeit an den Cartons 
zu den Auer Kirchenfenstern (die 2H0ChZCit von Canaa, sdie Be- 
stattung Mariäx und vloachims Verkündigunga) frühzeitig hin- 
starb 1843. 
Ihnen war nun glücklicher Weise in der Herstellung der Glas- 
gemäldecartons und zum Theil auch in ihrer Richtung J. A. Fischer 
aus Oberstorf, geb. 1811, 1' 1859, gefolgt. Der Wunsch des Kron- 
prinzen Maximilian, die Denkmäler der altitalischen Malerei in getreuen 
Nachbildungen zu besitzen, hatte auch ihn wie Förster und Cl. 
Schraudolph zu gründlichen Aufnahmen derselben in Italien veran- 
lasst (1832), zu welchen er später (1843) noch besondere Studien 
nach Fiesole hinzufügte. Dadurch war er aus dem Bann des Hess- 
SchraudolpHschen Manierismus gelangt, ohne getreu den Eindrücken 
seiner akademischen Jahre in den der Stylimitation der alten Ita- 
liener zu verfallen. Nachdem er auf die Gartens der Auerkirchen- 
fenster noch die des Domes von Göln im rechten Seitenschiif (von 
König Ludwig gestiftety") hatte folgen lassen, wandte er sich seit 
1818 der Oelmalerei zu, in Welcher er einige sehr beachtenswerthe 
Arbeiten lieferte. Darunter sind die Grablegung Christitti) und das 
20' hohe Bild der Himmelfahrt Christi 1-) nebst fünf Gemälden für 
den Bischof von Passau und einige kleinere, wie die Darstellung 
Christi im Tempel und Geburt des Johannes H) hervorzuheben. 
Warme Emptindung, kräftige Formgebung und gesunde Farbe zeichnen 
den Künstler aus, der zu noch grösseren Arbeiten (Frauenkirche in 
München) berufen, leider seiner Thätigkeit durch frühes Siechthum 
 
 Wir werden ihn an der Spitze der Prager und Wiener Akademie in voller 
Entfaltung seiner künstlerischen Bedeutung wiederfinden. 
H") Von beiden Werken einzelne colorirte Cartons in der N. Pinakothek. 
 N. Pinakothek Nr. 1. 
T) Für die Hauskapelle der Fürstin Narischkin in Odessa. 
T1") 1m König-Lndwig-Alhum.
        

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