Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-528742
lebens angeschlagen werden, wie in der Madonna der Apsis, in dem 
Christus als Kinderfreund t) oder besonders in der Anbetung der 
Könige und Hirten, welche an Zartheit und Lieblichkeit der Auf- 
fassung an das Cölner Dombild erinnert, sein Vorbild Overbeck 
nahezu erreicht. Sonst trägt seine Composition gewöhnlich den 
Charakter schlichter Erzählung, so dass er zu dem Künstler des 
christlichen Denkens, als welchen sich Cornelius in der Ludwigs- 
kirche und noch wunderbarer in seinen Berliner Friedhofscomposi- 
tionen darstellt, oder zu dem Maler des christlichen Emptindens, 
Overbeck, gleichsam wie der Legendenschreiber sich verhält. Wür- 
diger, milder und stiller Ernst beherrscht jedoch seine tüchtig und 
mit beachtenswerthem architektonischen Raumgefühl gezeichneten 
Einzelgestalten wie biblischen Scencn, und verleiht dem Ganzen eine 
Stimmung, wie sie wohl selten an ähnlichen Werken erreicht worden 
ist und den Bau (in seinem Innern) zu den im Ensemble gelungensten 
der Neuzeit erhebt. 
Die umfassende in einem Jahrzehnt 1827-1836 hergestellte 
Arbeitf"), neben welcher der Meister noch die Conipositionen zu den 
Glasgemälden im Querschiff des Regensburger Doms (1828) und 
einige Oelgemäildeiw") lieferte, machte aber ebenso, wie die Werke 
des Gornelius die Heranziehung von Gehülfen z1u' Ausführung nöthig, 
unter denen J. Sckraudoljok hervorragte. Zu rascher Meisterschaft 
heranreifend, wie diess in engem Geleise immer der Fall, fehlte es 
den jüngern nicht an starkem Zuwachs, so dass die Hess'sche 
Nazarenerschule dem J üngerkreise des Cornelius an Umfang und Be- 
schäftigung nicht blos bald gleichkam, sondern ihn auch überdauerte. 
Denn kirchliche Neubauten und Restaurationen wurden nun wenig- 
stens in quantitativer Beziehung das Hauptfeld der monumentalen 
Unternehmungen nicht blos des Königs, sondern auch der Städte 
und Gemeinden. In München waren es namentlich zwei Kirchen- 
bauten, die auf die romanische Ludwigskirche und byzantinische 
Allerheiligenkirche folgten, nemlich die den altchristlichen (basilikalen) 
 Für den Engländer Howard von Gorby in Oel wiederholt. 
M) Nach Zeichnungen von Engelmann, C. Koch, J. B. Müller, M. Seitz, 
G- H. v. Schröter, lith. v. J. G. Schreiner. München 1836. ' 
 Darunter das schöne Bild: Besuch lllarizüs bei Elisabeth, im Besitz der 
Prinzessin Louise von Preussen nach den Niederlanden gelangt.
        

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