Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-528725
die Inonumentalen Malereien in Carlsruhe durch vRitter Kurta , so 
war die neue Berufung durch den wSängerkrieg auf der Wartburgk 
veranlasst worden. Es braucht nicht erwähnt zu werden, dass die 
nun gebotene Aufgabe, den romantischen Edelstein in deutschen 
Landen mit Gemälden zu fassen, ihm weit näher ging als jene in der 
badischen Hauptstadt, und dass sie geeignet War, den Meister erst 
auf seine volle Höhe zu führen. Davon soll jedoch, wie von den 
letzten Schöpfungen des Meisters nach seiner Rückkehr, geeigneten 
Ortes gesprochen werden. 
Um nun endlich den herrlichen Künstlerkreis der Münchener 
monumentalen Malerschule mit einem Rankenrahmen zu umschlingen, 
sei noch einmal E. Neureutheads gedacht. Er hatte zumeist beschei- 
dentlich, aber um so glücklicher Gedichte illustrirt und z. B. in den 
32 Zeichnungen zu Goethe's Balladen und Romanzenf) die wärmste 
Anerkennung des greisen Dichterfürsten gefunden, die dieser noch 
einige Wochen vor seinem Hingang brieflich aussprach. Mit welchem 
Glück er sich auch in umfassenderen Compositionen zu deutschen 
Dichtungen betheiligte, beweist die Popularität seiner von 1835 an 
datirenden grossen Radirungen xPfarrerstochter von Taubenheime, 
wLenoree, sder wilde Jägera , vDornröschenx, vAschenbrödela, 
wWaldfräuleinx u. s. w. Auch in der Residenz fehlte er nicht und 
schmückte neben Kaulbach den Salon des Königs durch einen Fries 
mit Darstellungen aus Wielands Oberon. Sein Aufenthalt in Italien 
1837-1838 trug zunächst die Frucht der wErinnerungen an Villa 
Millsa , einer Reihe von Entwürfen zu herrlichem Wandschmuck. 
Sonst Ward der Künstler allenthalben zu Bath und That heran- 
gezogen, wo es galt malerisch ornamentale Zierde für ötfentliche 
Gebäude zu entwerfen und die monumentalen Schöpfungen seiner 
Genossen durch Ornamentulnrahlnung mit der Architektur erst in 
volle Verbindung zu bringen, wobei es ihm auch gelang auf der 
Basis der Loggiemnalereien RaphaePs wie der Dürefschen Ornamente 
im Gebetbuche Kaiser Maximilians einen neuen zeitgemässen Ara- 
beskenstyl durch lebendige Heranziehung des jeweiligen Inhalts wie 
der Naturvorbilder zu gestalten. Sein Wirken als Künstler wie als 
Lehrer reicht bis in die Gegenwart herein, wenn auch seine Genialität 
vielfach durch industrielle Obliegenheiten, wie die artistische Leitung 
 
1 
In 
der 
lit. 
art. 
München v. 
Z L1 
Anstalt 
1829 an 
erschienen.
        

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