Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-528714
die reale Illusion unterstützenden Kraft den romantischen Phantasien 
zuwider ist. Die kalte Durchsichtigkeit und Körperlosigkeit der 
Aquarelle und dieser entsprechend des Fresco musste an und für 
sich den Scheinkörpern von Nixen und Feen mit ihrem engen Bezug 
zur durchsichtigen Fluth weit zusagender sein. Die Töchter des 
Rhein erscheinen denn auch in der Oelfarbe schwer, stumpf und 
undurchsichtig; von dem Eindrucke der Wirkung der nebelartigen 
Fübelwesell, wie sie die Poesie und wie sie Schwind im Aquarell 
gibt, ist jede Spur verwischt. Und dass diess nicht eine vereinzelte 
Erscheinung, davon kann man sich an den zahlreichen Märchen- 
bildern des Künstlers in der Schackschen Gallerie leicht überzeugen. 
Die reizend gezeichneten Compositionen leiden unendlich durch die 
Farbe oder richtiger durch eine übrigens keineswegs geschickt gehand- 
llällüte Technik. Wo unter "den kleinen Oelmalereien Schwind ein 
Stück genreartiger Realität gibt, wird die Wirkung tingleich befrie- 
digender, wie diess die sI-Iochzeitreiseet") und namentlich das unver- 
gleichliche Werk wRittcr Kurt's Brautfahrtc nach Goethe M) zeigt, 
in welcher es dem Künstler gelingt die Aquarellwirkung mit der 
Oeltechnik harmonisch zu verbinden. Wie unvortheilhaft erscheint 
dagegen das für Frankfurt gemalte Bild vder Siingerkrieg auf der 
WVartburgc, welches trotz wundervoller Gomposition und Zeich- 
nung durch die pastose und gequälte Farbe allen Zauber ver- 
loren hatititü). 
Von den Arbeiten Schwind's seit seinem Eintritt in die Akademie 
zu München, wohin er durch Gärtner 1847 berufen worden war, 
gehört nur mehr die schöne ))Beetl1oven'sche Symphoniee, eine 
sinnige Composition, zu deren Aufbau er Wohl durch die E. Neu- 
reuthefschen Schöpfungen veranlasst worden war, hieher, in welcher 
sich das Musikalische seiner Richtung, jene in's Concrete übertragene 
Lyrik, die S0 sehr im Sinne der Romantik lag, einmal auch gegen- 
ständlich aussprach. Eben im Begriff seine weltbekannte Reihe von 
lllürchencyklen mit dem xAschenbrödele und dem vMärchen von den 
sieben Rabenc in AngriiT zu nehmen, ward er aber München durch 
die Berufung nach der Wartbtirg für mehre Jahre entzogen.  W19 
 
llerie Schack in München Nr. 179. 
n 1838. Kunsthalle zu Carlsruhe Nr. 340. 
n 1846. StädePsches Museum zu Frankfurt. 
362.
        

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