Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-528668
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10h. 
III. 
Cap. 
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Müncho 
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arei. 
konnte die damalige Zeit, in welcher die Liebe zum Kupferstich sehr 
darniederlag, keineswegs günstig erscheinen. An cyklische Werke 
knüpft sich darum der Ruhm des Meisters, jedoch nicht bloss aus 
dem mehr äusserlichen Grunde ihrer grösseren Verbreitung. 
Es ist nemlich zwar nicht zu bezweifeln, dass der Künstler in 
Einzelschöpfungen mehr Gelegenheit fand, sein künstlerisches Ver- 
mögen in reichen und bedeutsamen Compositionen zu manifestiren, 
mochten diese nun aus "dem Gebiete der Bibel oder der griechischen 
Mythologie entnommen sein. So in aLQtlfs Einkehr in Zom- bei 
der Zerstörung Sodomzüsat), welches 1838 unter der Münchener 
Künstlerwelt grosses Aufsehen erweckte, oder in sSisyphus vom 
Todesgotte entführte M), das eine Fülle von classischer Schönheit und 
Vollendung enthält, beide zugleich seine frühere und seine spätere 
Compositionsiveise repräsentirend. Die meisten derartigen Werke sind 
indess trotz einiger schwacher Versuchefff) nie in die Oeffentlichkeit 
gedrungen, so sehr sie es auch insgesammt verdienen würden, wie 
noch die reiche Mappe, die aus dem Nachlass des Künstlers in die 
akademische Sammlung in Wien gekommen ist, lyeweistt). Der 
Bibel entnommen, ragen unter anderem hervor: nGOti Vater von 
den 'l'hieren der vier Evangelisten durch die Welten gezogene, 
sKain und Abelc , mlükOl) und Rebeccac; die Mehrzahl aber fällt 
in's Gebiet der Mythologie, wie ßKassandrae , vAChlll beim Ken- 
tauren Cllflßns, xOPGSt und die Furienc u. s. w. Erscheint jedoch 
auch da der Künstler am grössten, wenn er wie der ihm in Stoff- 
wahl und Auffassung ungemein verwandte Garstens den conventio- 
nellen Darstellungen aus dem Wege gehen und sich die Scenen 
völlig frei, das heisst ganz aus sich schaffen konnte, wie diess 
namentlich in seinen grossen Werken, die nachmals (zu Weimar) 
für Baron Schack in München in Oel zur Ausführung gelangt sind, 
der Fall ist, so versteht sich von selbst, dass (zyklische Werke von 
rein individuellem Charakter sein Wesen noch am (leutlichsten aus- 
sprechen mussten. Die Umrisse zu Homer wie zu Dante sind noch 
i") Umrissstich in lNIarggrafFs Jahrbüchern. 
 Garten im Besitz des Hrn. Bömer in Leipzig, gest. v. Th. Langer. Ztschr. 
h. K. 1870. S. 16. 
H") Compositionen v. Genelli, gest. v. H. Schütz. München, Lit. arLAnst. 1840. 
T) D61" laochinteressante Nachlass besteht aus nicht weniger als 284 Blättern.
        

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