Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-528659
wie besonders an J. Koch und die Gebrüder Riepenhausen, als an 
die Nazarener, wenn auch die römischen Fresken der Casa Bartholdi 
und Villa Massimi und namentlich die Schöpfungen des Cornelius 
nicht ohne Einfluss auf ihn waren. Es schien eine Zeit lang, dass 
seine etwas Wilde Genialität Zucht und Schule nicht vertragen wollte, 
obgleich sein Eifer für seine grossentheils autodidaktische Ausbildung t) 
bei zwar etwas geringerer Stetigkeit doch nicht minder glühend war 
als der des bahnbrechenden Hausfreundes seiner Familie. In der 
That befriedigte C1", 1832 von Dr. Härte] zu einer den Carstenslschen 
Arbeiten im D'Orville-Hause zu Berlin ähnlichen Decoration xi) nach 
Leipzig berufen, sich so wenig wie den Besitzer und brach daher 
die Arbeit, llilchdßln er in einigen Zwickelbildern Liebesgötter in 
verschiedenen Spielen dargestellt, die Arbeit wieder ab, die Aus- 
führung des skizzirten Deckenbildes (Dionysos unter den Musen) auf 
viel spätere Zeiten vertagendttt). Ohne Zweifel angezogen von der 
Thätigkeit des Cornelius im Jahre 1836 nach München gelangt, 
füllte er bald seine dürftige Wohnung mit Entwürfen von einer 
Grossartigkeit und Poesie, welche, wie auch deren Mannigfaltigkeit 
in Stellungen und Bewegungen an Carstens und Giulio Romano 
erinnerten, während sie an Schönheit der Formgebung trotz einzelner 
Gebrechen diese Meister nicht selten überragten. Künstler und 
Kunstfreunde sprachen mit Begeisterung von der Genialität des 
Zeichners, nur der grosse Kunstmäcen, der in erster Linie die durch- 
aus monumentalen Anlagen des Künstlers hatte nützen können, 
wollte sich seiner Hand nicht bedienen, zum Theil aus persönlicher 
Abneigung, zum Theil wegen Genellfs Vernachlässigung des Malens, 
welche der König selbst an einem Cornelius nicht mehr hatte ertra- 
gen wollen. Es blieb nichts übrig , als in zahlreichen Entwürfen 
seinem Drange zu genügen und dieselben gelegentlich durch den 
Stich selbst zu publiciren oder vervielfältigen zu lassen. Für das 
Letlilefe Waren Verlags- und Künstlerkräfte leichter zu gewinnen, 
wenn die Arbeiten cyklischer Form waren; denn für Einzelblätter 
a") Ausser der Mütter und dem Oheim (dem Architekten) sagte er selbst 
Vqärdanke 81' 31165 Gute, was an ihm als Künstler und Mensch sei der Bibel, 
dem Don Quixote und dem Homer.  ' 
h") Im Speisesaal des sog. römischen Hauses zu Leipzig. 
1M:   v  
T) 1868 1n Oel gemalt. In der Schack sehen Gallene zu München 
Reber, Kunstgeschichte. 23
        

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