Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-528643
beabsichtigte Beweis, dass das Erfassen christlicher Kunst auch 
möglich sei ohne Nazarenerthum, doch nicht zur Evidenz erwirkt 
sein dürfte. Weit eher glaubt man den lüsternen Mädchenräubern 
der Mitte, welche nach der unvergleichlich begehrenswerthen Beute 
die Hände ausstrecken, oder empfindet den Wahrhaft dämonischen 
Inhalt der jüdischen Männer in ihrer Verzweiflung, Rachsucht und 
sonstigen Leidenschaft.  Die Farbe endlich ist brillant, wenn auch 
nicht in gleichem Grade harmonisch und erfreulich; es ist in ihr 
gezeigt, dass der Meister die Genossen seiner Schule auch in dem 
Gebiet überragte, das ihm gleichwohl der Anlage nach am fernsten 
lag, und dass seine ausserordentliche künstlerische Kraft auch diese 
Schwierigkeit zu überwinden vermochte. 
Den vielseitigen Vorzügen des grossartigen Werkes war auch 
das Aufsehen entsprechend, welches es machte, so dass sich selbst 
Könige darum stritten. Für die Fürstin Radzivill begonnen, gelangte 
es jedoch in den Besitz des Königs von Bayern  während der 
König von Preussen sich mit einer Wiederholung begnügen wollte. 
Als aber der Künstler erklärte, dass er es vorziehen würde, dem 
preussischen Monarchen ein anderes Werk herstellen zu dürfen, kam 
dieser auf den Gedanken, ihn für einen ganzen Gyklus zu gewinnen. 
Damit war jedoch der Künstler für eine lange Reihe von Jahren 
für München fast verloren, indem er selbst in den daselbst zuge- 
brachten Wintermonaten mit Vorbereitungen für die Malereien des 
Berliner Museumstreppenhauses beschäftigt war. Die Periode von 
1847-1863 seines reichen Künstlerlebens gehört daher Berlin und 
einem folgenden Abschnitte an. 
Verwandt an Begabung, aber an äusseren Erfolgen keineswegs 
wie jener ein Schoosskind des Glücks war Bonav. Genellitt), als 
der Sohn des Landschaftsmalers Janus und als der Neffe des bei 
Carstens genannten Architekten Hans Christian Genelli, 1798 zu 
Berlin geboren. Aus ungenügender berliner Schule (Hammel) als 
Stipendiat der Königin der Niederlande 1820 für zehn Jahre nach 
Rom gelangt, hielt er sich mehr an die Classicisten, Welche das 
Andenken des in seiner Familie hochverehrten Garstens' bewahrten 
 N. Pinakothek, gest. v. Merz. 
 M. Jordan, Bonaventura Genelli 
Kunst. 1870. 
biographische 
Skizze. 
Zeitschr. 
fi 
ir
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.