Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-528590
Foltz, 
Zimmerl 
nann, 
Neher, 
Kaul 
mch. 
347 
Hauptaufgaben betrachtete, gelegen war. Neben Zimmermann sei 
dann noch B. Naher aus Biberach in Württemberg, geb. 1806, 
erwähnt, welcher von 1823 an in München nach vierjührigem Auf- 
enthalt in Rom "1834 mit dem Frescofries am Isarthor beauftragt 
wurde, welches wie auch die Restauration des Thores der Anregung 
des Cornelius zu verdanken ist. Es gelang hiebei dem Künstler im 
Anschluss an seinen Meister einen idealeren Ton anzuschlagen, als 
ihn die Maler der Arkadenbilder anstrebten. Zur vollen Entfaltung 
kam jedoch sein schönes Talent erst in den Malereien im Weimarer 
Schlosse, bei welchen wir ihm später wieder begegnen werden. 
In der Residenz beschäftigt treffen wir aber auch noch den 
grössten Schüler des Meisters, W Kaulbaclz, der nach Vollendung 
der oben erwähnten Arbeiten im Thronsaal der Königin Fresken 
aus Klopstock malte und für den anstossenden Salon Scenen aus 
Wieland, für das Schlafzimmer der Königin aber Goethebilder com- 
ponirte, die von Förster, Engelmann, Lacke u. A. ausgeführt wurden. 
Doch füllte diess des Künstlers reiches Schaffensvermögen keineswegs 
aus. Manches, wie die Amor- und Psychedarstellungen inrDessauer- 
hause der Königinstrasse, wurde zwar ebenso rasch hingesetzt als 
vergessen; von dauernder Bedeutung aber wurden einige wunderliche 
Compositionen, welche gerade bei dem mit seltener Leichtigkeit in 
idealer Formgelnung begabten Künstler am meisten befremden: so 
das slrrenhausrü") und zwei Zeichnungen aus Schillers Verbrecher 
aus verlorener Ehre tat). Wie er von Anfang an darnach gestrebt, 
sich mit besonders schwierigen Aufgaben herumzukämpfen, woraus 
schon in der Zeit seiner Düsseldorfer Studien in dem Carton der 
mannasammelnden Israeliten eine Summe von schwierigen Körper- 
stellungs-Versuchen entsprang, so trug er sich jetzt bei gesteigertem 
Können mit psychologischen Aufgaben, in die sich sein damals 
etwas verdüstertes Gemüth mit Vorliebe versenkte und die in ihrer 
Wurzel bis auf seine künstlerische Erstlingsthätigkeit für diese Irren- 
anstalt bei Düsseldorf zurückgingen. Es lag in seiner Art, empfan- 
gene Eindrücke in satyrischer Reflexion lange zu nähren, bis sie in 
packender Reife der Charakteristik an's Licht traten. Diese erscheint 
 
 Unter Amslefs Leitung v. H. Merz gestochen. 
 Der Sonnenwirth vor Gericht, gest. v. Gonzenbach 
(in Raczynskfs Atlas). 
ith. 
Heinzmann
        

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