Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-528586
Drange, dass er das grosse Bild auf der Aussenwand der Kirche 
von Untersendling, den Untergang der Oberläintler Bauern während 
der österreichischen Occupation darstellend, wie auf eigenen Antrieb, 
so auch unentgeltlich ausführte. Den Sehillerbildern im Arbeits- 
zimmer des Königs, in welche er sich mit Foltz getheilt, folgten dann 
romantische Malereien in Hohenschwangau, seine Vorliebe für das 
frühere Mittelalter, welche sogar gelegentlich bis zum alten Germanen- 
thum zurtickging, noch befestigend. Ph. Foltz dagegen, ausser den 
obenerwähnten Schillerscenen, unterstützt von dem später zu bespre- 
chenden Dietz, im Servicezimmer des Königs Bilder zu Bürger malend, 
neigte sich mehr dem Genre zu, welches er im Gegensatz zu der 
sonstigen Behandlung dieses Faches mit einer höchst anmuthigen 
Idealität der Auffassung und der Färbung zu verbinden vermochte 
und für welches er in G. F. Bischoff, von welchem später, einen 
trefflichen Schüler heranzog. Von der Dehnbarkeit seines 'l'alentes 
giebt jedoch der Umstand Zeugniss, dass er, obwohl am liebsten in 
ländlicher Idylle sich bewegend, doch der ritterlichen Romantikf) 
wie dem classischenwk) Historienbild nicht minder gewachsen war. 
In mehren Sätteln gerecht, aber trotz der langen Bewegung in 
Cornelius' Bahnen immer noch mit einem Fusse in Langenschem 
Bügel stehend, schuf endlich Cl. Zinmzernzaizaz Religiöses, Historisches 
und Classisches in gleicher, doch niemals ein gewisses Niveau 
übersteigender Tüchtigkeit, aber in ganz eigenen Schöpfungen geringer 
wie in der Ausführung fremder Entwürfe. Es ist daher zu beklagen, 
dass er nicht immer an den rechten Platz gesetzt ward, so dass zu 
oft ihm der Entwurf und Carton, anderen die Ausführung zufiel, 
wodurch bald phantasiebegabtere, bald technisch weniger durch- 
gebildete Künstler zu der Rolle veranlasst wurden, in welcher gerade 
er am tüehtigsten war. Hilteizsperger, Lindensclmzidt und Anschiiltz 
einerseits, Mlsozz, Eizgelmamz u. A. anderseits befanden sich in den 
Loggien der Pinakothek wie in den Zimmern der Residenz in dieser 
unvortheilhaften Lage, die übrigens ebenso in den Wünschen des 
Königs, der die Arbeiten rasch gefördert sehen wollte, wie in dem 
Princip des Meisters Cornelius, der immer die Heranziehung gleicher 
Sehulkräfte zur Ausführung monumentaler Schöpfungen als eine seiner 
 „Des Sängers Fluch von Ulmlandu, vom Kölner Kunstverein 
H) "Blüthe Griechenlands" im lilaximilizmexlm zu München. 
erworben.
        

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