Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-528517
einer der ältesten Schüler des Meisters, in W. Schad0w's Schule nach 
Düsseldorf übergetreten war, wo wir ihn wieder finden werden, oder 
(1 567mm, der im Drange nach weiterer Ausbildung in der Oel- 
technik nach Berlin zu Wach gegangen und dann, berührt von den 
coloristischen Einflüssen der Werke von Gallait und Biefve sich unter 
die ersten deutschen Coloristen reihte. Endlich waren auch geniale 
Kräfte aufgetaucht, welche sich ihren eigenen Weg selbst suchten 
und diesen verfolgten, wie Kaulbaclz, Genelli, Schzoind u. A. 
Derjenige aber, welcher sich in seiner Weise noch am engsten 
an die Bahnen des Gornelius hielt, war dessen Freund und Kampf- 
genosse von den Anfängen der deutschen Kunst an, Julias Schnorr 
von Garolsfeld, welcher von den schon besprochenen Arbeiten 
in der Villa Massimi weg 1827 nach München gekommen war. Er 
hatte schon 1825 mit der Berufung den Auftrag erhalten, eine Reihe 
von Sälen des Neubaues der Residenz mit einem Odyssee-Cyklus 
auszustatten, und etwas abweichend von seinem älteren Genossen 
von dem Gedanken ausgehend, dass bei homerischen Darstellungen 
und besonders aus der Odyssee die Landschaft als ein wichtiger 
Faktor zu betrachten sei, zu dem Zwecke seine schon erwähnten 
landschaftlichen Studien auf Reisen in Sicilien bereichert. Von den 
bezüglichen Compositionen aber war nur eine über die Skizze hinaus 
gediehen  als er in Messina erfuhr, dass der König in Rücksicht 
auf seine im Ariostsaal bethätigte Ritterromantik seinen Entschluss 
geändert und ihm einen Nibelungencyklus in denselben Räumen 
zugedacht habe. Der Auftrag mochte ihm, als er an der Seite der 
Tochter seines romantischen Freundes Ferd. v. Olivier, mit der er 
sich auf dem Rückwege aus Italien zu Wien vermählt, nach München 
gelangte, noch zusagender sein und er schritt rüstig an's Werk. 
Doch machten ihn mehrfache Unterbrechungen, welche den übrigens 
unvollendeten Abschluss bis in's 21. Jahr seines Aufenthalts in 
lllünchen Verschleppte, zu einer Qual seines Lebens. Auch war das 
zunehmende Bestreben des Künstlers, seinen Gegenstand möglichst 
nahe an die Realität zu rücken, demselben, dem Fortschritte der 
Arbeit wie dem Erfolge keineswegs förderlich, indem dadurch der 
Duft der Romantik mit ihrer fast kindlichen Unbefangenheit, die sie 
 
 "Nausikaa", Federzeichnung 
schnitt in Lütz0w"s Zeitsch. f. bild. 
im Besitz. des 
Kunst 1867. 
Kunsthändlers 
Börner , 
Holz-
        

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