Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-528465
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muth und tiesole-umbrischen Seligkeit hätte hier selbst zu den Engel- 
gestalten nicht ausgereicht, geschweige denn für Gott Vater als den 
gewaltigen Erschaffer der Welt. Der Meister konnte die Dissonanz 
im Ganzen nicht ertragen und schuf daher auch diese Decke, Wobei 
es ihm wie bei den männlichen Gestalten der Gewölbemalereien über- 
haupt gelang, in Gott Vater eine Majestät und Kraft zu entwickeln, 
die unbedingt an die Gestalten der Sixtina gemahnt. 
Ende Juni 1836 konnte die Ausführung in der gleichzeitig so 
weit als nöthig vollendeten Kirche selbst beginnen. C. Hermann, 
Moralt, welcher sich später bei der Ausmalung des neuen Doms in 
Gran betheiligte und G. Lacher, der sich durch eine Krönung Maria für 
Vilsbiburg als ausreichend befähigt erwiesen, nahmen die Evange- 
listen im nördlichen, Halbreiler und Kranzberger die Kirchenvater 
am südlichen Gewölbe in Angriff, welchen in den nächsten Sommern 
durch dieselben Gehülfen mit Heiler, Schabet und Hellweger (der 
letztere später Gehilfe Schraudolphs und neuestens durch seine Ge- 
niälde für die Kirche zu Brunnecken in Tyrol in weiteren Kreisen 
bekannt geworden) im Vierungsgewölhe die Apostel und Martyrer, 
die Doktoren der Kirche, die Ordensstifter, die h. Missionare, Könige 
und Jungfrauen z. Th. nach Hermannls Carton und unter dessen 
Leitung folgten. Gornelius selbst malte indess das jüngste Gericht?) 
allein und ganz ohne fremde Beihilfe, um dadurch eine einheitlichere 
Wirkung zu erzielen, als es sonst gelungen Wäre. Vielleicht dachte 
er dabei auch an Michel-Angelds Erfahrungen in der Sixtina wie 
an Rubens" Kreuzabnahme, und strebte darnach die zischelnden 
Stimmen zu entkräften, welche immer lauter anfingen, die Begabung 
des Meisters für das Malen in Abrede zu ziehen. 
Er hatte sich in seinen Hoffnungen getäuscht. Noch vor Voll- 
endung des Gemäldes wurden vielmehr die Klagen über die Unzu- 
länglichkeit des Coloristischen an dem grossen Werke lauter und 
lauter und von dem Könige gethcilt. Der Künstler suchte vergeblich 
die Beschwerden durch nochmalige Ueberarbeitung zu entkräften. 
Es war im Ganzen zu viel auf das Monumentale gerechnet, welches 
dem Künstler eine möglichst flache Behandlung zum Gesetz zu 
machen schien, das Malerische zu untergeordnet behandelt, der Carton 
Li 
Museum 
Merz. 
 Farbenskizze im StädePschen 
Museum zu Basel, gestochen von H. 
zu Frankfurt. 
Umrisszeichnung 
im
        

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