Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-528400
328 
Buch. 
III. 
II. Cap 
Cornelius an der 
Spitze der 
Münchener Akademie. 
eine Perle des Ganzen, sondern geradezu ein unübertretfliches Meister- 
werk genannt werden muss. Solche Typen maguPolygnot in seiner 
Unterwelt der Lesche zu Delphi geschaffen haben; dass es aber in 
verwandtem Gebiete seitdem Wieder gelungen wie hier, dürfte schwer 
zu beweisen sein. Hermes führt die Seelen vor ihr Tribunal, keck 
steht Odysseus vor dem Führer und harret des Erfolgs, ein Knabe 
findet unbehindert Eingang, den Höllenhund mit einem Brode abfin- 
dend. Auf der rechten Seite lauschen die Danaiden, ihre erfolglose 
Thätigkeit unterbrechend, während man im Hintergrunde Sisyphus 
gewahrt und in der Ecke Medusa uns entgegenstarrt. Schöner und 
reicher erfunden, besser und rhythmischer componirt, charakteristischer 
und tiefer gezeichnet ward auf deutschem Boden (im engeren Sinne) 
kein Bild vor diesem. 
Und dennoch konnte es durch einige der folgenden im Heroen- 
saale Wenigstens nach gewissen Seiten hin noch überboten werden. 
Auch hier entfaltet sich der geschichtliche Verlauf vom Gewölbe- 
scheitel an; jedoch hier vielmehr in concentrischen Kreisen, obwohl 
auch die Beziehung und der Zusammenhang in den einzelnen Ge- 
wölbevierteln laerücksichtigt ist. Als das Heldenlied von Achill 
beginnt diese Iliade im Mittclbilde mit der Hochzeit des Peleus und 
der Thetis, der Eltern des Heros. Die zwölf geladenen Götter sind 
in Reliefs um den Gernäldeschild gereiht, auf welchem selbst die 
tmgeladene Eris den verhängnissvollen Apfel wirft. Daran reihen sich 
in herrlichen Sclnnalbildern grau in grau auf Goldgrund ausgeführt: 
das Urtheil des Paris, die Vermählung des Menelaos und der Helena, 
die Entführung der letztern und die Opferung der Iphigenia f), stimmt- 
lich, weil den Cartons des Meisters technisch am nächsten stehend, 
von ausserordentlicher Schönheit, die sich in der Hochzeit des Mene- 
laos (Schwur der Freier) und in der Entführung aufs Höchste 
steigert. Darauf folgen, je zwei in einem Gewölbfelde acht bedeutsame 
Darstellungen: xAChill wird von Odysseus unter den Töchtern des 
Lykomedes gefunden; Venus und Mars von Diomedes verwundet; 
Agamenmon im Traume zur Schlacht ermuntert  Venus und Amor 
schützen Paris gegen Menelaos (vorzügliche Composition); Ajas hat 
L 
den "deutschen Kunst- 
N. Pinakothek Nr. 311. 
iff. 
 Umrissstich der vier Gemälde v. E. Schäffer in 
blüthen". Die "Entführung" als Oelgemälde von Schilgen. 
H") Gest. v. J. Thäter (1838) für Rac-zynskVs Kupferlu
        

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