Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-528310
Direktor zu bezüglichen Vorschlägen, die denn auch dahin gingen, 
Hauber und Kellerhoven, bei welchen es altershalber ohne Kränkung 
geschehen konnte, zu pensioniren und dafür Overbeck und Schnorr 
zu berufen; in der Folge aber Ph. Veit und H. Hess in's Auge zu 
fassen. Ferner sprach der Künstler die Nothwendigkeit eines wissen- 
schaftlich gebildeten Sekretärs in denkwürdigen Worten aus: wIm 
Getümmel einer grossen Thätigkeit artet die Kunst leicht in eine 
handwerksmässige Oberflächlichkeit aus. Die Hülfswissenschaften 
ausgenommen, pflegt sie sich dann ganz von allem intellektuellen 
Leben zu sondern und in bedeutungslose Leerheit, Gemeinheit und 
Manier zu versinken. Jede Kunstschule bedarf eines Lehrers der 
Kunstgeschichte, Mythologie, der Poesie u. s.  Er hatte daher 
Schorn zum Professor der Kunstgeschichte und Aesthetik (da das 
Sekretariat, so zu sagen in partibus, an M. Wagner vergeben war) 
empfohlen. Die Erwerbung Overbeck's, an welchen der König per- 
sönlich geschrieben, scheiterte an dessen Bedingung eines dreijährigen 
Aufschubs seiner Uebersiedlung, auf welche der thatendurstige Monarch 
nicht eingehen konnte; allzuviel mochte indess Weder dem Könige 
noch dem Direktor, dessen Richtung sich zu weit von der des 
schwärmerisclien Freundes entfernt hatte, an derselben liegen. Die 
Berufung Schnorfs und Schorn's dagegen erfolgte ohne Schwierig- 
keit. Statt des an dritter Stelle vorgeschlagenen Veit aber wählte 
der König an Overbeck's Stelle H. Hess, dem er zugleich eine bedeu- 
tende Aufgabe zugedacht, von welcher unten gesprochen werden 
soll, dessen Ankunft sich indess noch etwas verzögerte. Mit Hess' 
Berufung aber glaubte dessen betagter Vater, der verdienstvolle 
O. Hess seine Lehrerlaufbahn im Kupferstichfache abschliessen zu 
dürfen, wofür S. Anzsler berufen ward. C1. Zimmermann, der 
tüchtige Gehilfe in der Glyptothek, war schon vor Cornelius an die 
Akademie gezogen worden; der andere Mitarbeiter, der edle Schlott- 
hauer, folgte nach Kellerhoven's Tode (1830); für R- V- Lange? 
ciagegen ward eine Stelle am Elfenbeinkabinet gefunden. So schien 
der Meister nicht blos von den sTüchtigsten seiner Zelte , sondern 
überdiess von Freunden umgeben, und glaubte mit Sicherheit einer 
gedeihlichen Wirksamkeit entgegensehen zu dürfen. 
Nicht minder wichtig aber erschien dem Meister ein entsprechen- 
des Feld der Thätigkeit für seine schon vorgerückteren Schüler, 
namentlich jene, die ihm von Düsseldorf nach München gefolgt
        

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