Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-528281
dass die übrigen Kunstzweige dadurch erstickt würden. Doch Düssel- 
dorf, überdiess Frankreich und Belgien zunächst, hatte eine andere 
Bestimmung, die es auch, wie wir später sehen werden, erfüllt hat. 
Verargen wir es auch dem preussischen Minister nicht, wenn 
er den Meister ersuchte, seinen Berliner oder anderen einheimischem 
Künstler namhaft zu machen, dem er es zutraute, xneben der Oel- 
malerei das Studium der Freskomalerei an1 zweckmässigsten in seinem 
Sinne fortzuführenx. Cornelius wollte natürlich seinem Ansinnen 
nicht entsprechen, aber es konnte auch ihm nicht entgehen, dass 
der einzige Künstler Berlin's, der die ausgesprochenen Bedingungen 
erfüllte, vorwiegend der Oelmalerei zugewandt, aber auch in monu- 
mentaler Kunst thätig (in Rom bei den Anfängen in der Casa Bar- 
tholdy wie zu Berlin im Schauspielhause), überdiess den römischen 
Genossen angehörig, und katholisch, was für die Rheinlande passen- 
der als für Berlin, W. Schadow war. Cornelius drückte sich auf 
die Nachricht von seiner Ernennung etwas gereizt aus über den 
wköniglich preussischen Raphaelw"), auch ist das Urtheil über ihn 
grösstentheils viel allgemeiner abfällig, als gerecht. Von seinen 
unleugbaren Verdiensten als Maler und als Vorstand der Kunst- 
schule werden wir indess später zu sprechen haben. Zunächst war 
die Düsseldorfer Schule vollständig gesprengt. Denn wie nach den 
oben geschilderten Verhältnissen nicht anders zu erwarten War, die 
überwiegende Mehrzahl der Schüler des Cornelius und gerade die 
hervorragenderen erklärten dem Meister, als er sie ermahnte auch 
nach seinem Abgange von der Anstalt rüstig in seinem Sinne fort- 
zuarbeiten, mit E. Förster: xDie Anstalt, zu der wir gekommen, 
sind Sie; Wohin Sie gehen, folgen wir Ihnenß Mehre von ihnen waren 
überdiess schon in der Glyptothek beschäftigt gewesen, wenigstens 
hatten sie an den Cartons für dieselbe hauptsächlich gelernt. Auch 
war die künstlerische Unternehmungslust des bayerischen Kronprinzen 
nicht unbekannt geblieben und die Hoffnung auf eine grossartige 
Kunstthätigkeit in der bayerischen Hauptstadt schwellte, wie schon 
mehr ahnungsweise 1818 in Rom, alle Herzen. Und dass diese keine 
eitle war, haben die folgenden Jahrzehnte gelehrt, in welchen aus 
dem spiessbürgerlichen München der ersten Königszeit die sich rasch 
L 
Schnorr 
Brief an 
VOID. 
Januar 
1826.
        

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