Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-528185
reformatorische Werk zu laeginnen, das ihm nicht minder am Herzen 
lag, wie die eigene Kunstthätigkeit. Es musste ihm übrigens zweifel- 
haft erscheinen, 0b die preussische Regierung auf seinen etwas 
gewagten Vorschlag, seine Wirksamkeit dort und in München so zu 
verbinden, dass er für die nächsten Jahre den Winter in Düsseldorf, 
den Sommer bei seinem Werke in der Glyptothek zubringen würde, 
eingehen werde. Da. jedoch die massgebenden Persönlichkeiten in 
Berlin einerseits zugeben mussten, dass die Thätigkeit des Meisters 
in der rheiniSßhell KunStStädt erst nach vollzogenem Umbau des 
Akademiegebäudes zu vollem Umfange ausgedehnt werden könne, 
anderseits aber die Erspriesslichkeit seines Anerbietens, in den Sommer- 
monaten seine hervorragenderen Schüler an den Münchener Malereien 
beschäftigen zu wollen, nicht verkennen konnten, vielleicht auch weil, 
wie diess seit der Geschichte mit den sibyllinischen Büchern in der 
Welt keine seltene Erscheinung, die Werthschätzung des Gewollten 
mit der zunehmenden Schwierigkeit es zu besitzen, gewachsen war, 
so erfolgte schon vier Wochen nach Absendung der Antwort des 
Meisters bereits seine Bestallung als Direktor zu Düsseldorf unter 
Urlaubsbewilligungg für die zwei folgenden Sommer. 
So war der Regenerator zugleich für die zwei Kunststädte ge- 
wonnen, welche denn auch die beiden Stätten wurden, an denen 
sich die Glanzperiode der deutschen Kunst entfalten sollte. Ende 
Januar 1820 folgte er einer Einladung nach Berlin zum Zweck der 
Vereinbarung der Reorganisation der Düsseldorfer Schule, fand jedoch 
bei einer dort veranstalteten Ausstellung seiner Entwürfe nicht allzu- 
grossen Beifall; auch die angebahnten Verhandlungen wegen der 
vorzunehmenden Neueinrichtungen in Düsseldorf gediehen nach seiner 
Rückkehr ein volles Jahr lang zu keiner weiteren Reife, indem sich 
das Project dazwischen schob, die Düsseldorfer Akademie nach Cöln 
zu verlegen. Dass Cornelius, durch die missverstandene Verschleppung 
sehr herabgestimmt, daran dachte, auf seine Wirksamkeit in der Rhein- 
stadt ganz zu verzichten, beweist ein Brief an Overbeck f), in welchem 
er bei diesem anfragte, ob er keine Lust habe die Stelle zu über- 
nehmen, für welche er ihn dann befürworten wolle. Mittleriveile 
waren doch die Haupthindernisse in Düsseldorf laeseitigt worden 
und Freund Mosler, dessen Berufung als Professor und Stellvertreter 
Vom 
Mai 
1821. 
Förster 
245.
        

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