Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-528176
von Herzen widmen würde. Cornelius hatte sich sogleich und mit 
Begeisterung bereit erklärt: der Gedanke im deutschen Vaterlande 
wirken und seine Kunst einem öffentlichen Raume weihen, damit 
aber das seit Jahren höchste Ziel seiner Wünsche erfüllen zu können, 
hatte ihn förmlich elektrisirt. Die Arbeiten für den Dantesaal der 
Villa Massimi blieben liegen und wurden nicht ohne schmerzliches 
Bedauern des edlen Marchese auf Corneliusf Rath an Ph. Veit und 
J. Koch überwiesen; statt der Divina Comedia aber wurde Hesiod's 
Theogonie aufgeschlagen, um zu den Compositionen für den Götter- 
saal der Glyptothek das Material zu liefern. Ein Jahr nach der 
Abreise des Kronprinzen waren die Vorarbeiten hiefür schon so weit 
gediehen, dass der Künstler dem Drängen seines fürstlichen Gönners 
folgen konnte und nach kurzem Studienaufenthalt in Florenz und 
Venedig (Anfangs September 1819) in München eintraf- 
Erst jetzt hatte sich die preussische Regiertmg auf ein eindring- 
liches Schreiben Niebuhr's vom 5. Juni entschliessen können, ihn 
für die Direktorsstelle an der Akademie zu Düsseldorf in Aussicht 
zu nehmen und mit dieser ihm zugleich das Anerbieten zu machen, 
sich an der Ausnialung des neuerbauten Schinkefschen Schauspiel- 
hauses zu betheiligen. Es wäre vielleicht nicht ohne wichtige Folge 
für die lokale Entwicklung der deutschen Kunst gewesen, wenn wie 
der Künstler in seinem Antwortschreibenf) fast bedauernd hervor- 
hebt, diese Berufung auch nur um einen Monat früher erfolgt wäre 
und den Meister noch in Rom getroffen hätte. Doch jetzt hielt sich 
der Künstler, den der Kronprinz sehr befriedigt über die mitgebrachten 
Entwürfe aufs Huldvollste empfangen, bei aGewissen und Ehree 
für gebunden und lehnte desshalb das Anerbieten ab, im Berliner 
Schauspielhause neben W. Schadow, Kolbe, Dähling und W. Hensel, 
welche zum Theil eine ihm weniger zusagende ältere Richtung ver- 
folgten, zu malen, womit verglichen ihm überdiess die abgerundete 
Aufgabe in der Glyptothek ungleich zusagender erscheinen musste. 
Das ihm angebotene Direktorium zu Düsseldorf aber vermochte 
er nicht von der Hand zu weisen, obwohl die Anwartschaft auf 
P. v. Langer's Stelle zu München, welche durch das hohe Alter des 
Direktors sehr nahegerückt erschien, ihm unzweideutig eröffnet worden 
war: denn es reizte ihn unwiderstehlich in seiner Heimatstadt das 
i) Vom 29. October 1819. 
R aber. Kunstgeschichte. 
Förster, 
Gornelius 
226. 
20
        

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