Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-527960
Sechstes 
Capitel. 
Die 
Romantik in der Kunst Frankreichs und 
europäischen Culturländer. 
der 
übrigen 
Wie die Regungen des neuen Geistes nach dem Verblühen 
der classicistischen Richtung in Frankreich vielfach abweichend 
Waren von jenen in Deutschland, so entwickelte sich auch die 
Malerei jenseits des Rhein in mehr als einer Hinsicht anders, als 
diess bei den deutschen Genossen, die sich in Rom zusammen- 
gefunden, wie bei deren Nachfolgern diesseits der Alpen geschildert 
worden ist. Die Grundlage zwar erscheint ähnlich: auch hier drängte 
die Sättigung an dem immer schaler gewordenen Formalismus der 
classicistischen Weise, noch verhasster durch den Umstand, dass er 
das Gewand war, in welches sich die Revolution wie die Despotie 
gehüllt hatte, zu neuem künstlerischen Ausdruck. Indem man für 
den über Bord geworfenen Ballast nach Ersatz suchte, ohne doch 
Zur entschiedenen Einkehr bei sich selbst die Kraft und auch durch 
die Zeit selbst die Anregung zu fühlen, schien kaum anderes übrig 
zu bleiben, als das Zurückgreifen zu den damals in saturnischer 
Verklärung erscheinenden wguten alten Zeitena , welches iiberdiess 
durch die reactionäre 'l'endenz von oben gehegt und von der nach 
langen Stürmen Ruhe heischenden Bevölkerung willig hingenommen 
wurde. Auch hatten Aufklärung und Heidenthum wieder positivem 
und christlichem Glauben oder wenigstens gläubigem und religiösem 
Gebahren Platz gemacht und man gewann daher neuerdings Ge-
        

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