Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-527946
Wie die romantischen Schüler Weinbrennefs sich hauptsächlich 
in Carlsruhe concentrirten, so entwickelte sich auch in Hannover 
eine romantische Schule durch den besonders als Architekturinaler 
bekannten Andreae, welcher vorwiegend romantischen Blotiven Ober- 
italiens huldigend die alternirenden Lagen verschiedenfarbigen Back- 
steins mit Glück einführte und damit die für Niederdeutschland, wo 
Bruchstein nur mit grossen Kosten zu beschaffen war, wichtige 
Anregung gab monumentale Wirkungen durch Backsteinrohbau zu 
erzielen. Mit seiner Marktwache und dem neuen Rathhaus begann 
die stattliche Reihe gleichartiger Gebäude, welchen Hannover in 
ähnlicher Weise wie Carlsruhe in seinen älteren Theilen durch 
Weinbrenner und in seinen jüngeren durch Hübsch einen so ein- 
heitlichen Charakter verdankt. So unter anderen das Schulgebäude 
am Georgsplatz von Droste, das Museum von Hase, beide überdiess 
durch theilweise Verwendung von Sandstein noch mehr gehoben, 
und das Polytechnikum von Ebcllng, welches dem Charakter der 
oberitalienischcn Architektur des Mittelalters durch Fenster- und 
Gesimsbildung noch näher steht, während das von demselben Archi- 
tekten geschaffene Provinzialständehaus sich mehr englischen Vor- 
bildern zuneigt, die seit einem Jahrhundert durch die Verbindung 
der britischen und hannovefschen Krone Eingang gefunden hatten. 
Auch Schinkelnh konnte es nicht an Schülern fehlen, Welche der 
Romantik anhingen. Freilich lag es nicht in des Meisters Art, so 
strengen Anschluss an die mittelalterlichen Vorbilder zu empfehlen, 
wie er einen seiner älteren Schüler, E. Zwirner, geb. 1801 zu Jacobs- 
walde in Schlesien, zum Restaurator des Cölner Domes (seit 1833) 
befähigte. Doch zeigt die reizende gothische Kirche zu Apollinaris- 
berg, wie die basilikale protestantische Kirche zu Cöln, dass Zwirner 
von aller manieristischen Sklaverei frei und ein Künstler im vollen 
Sinne des Wortes war. Allzu frei aber schaltete die Phantasie 
W. Stlevds, geb. zu Blonie bei Warschau 1799, "l" zu Berlin 1856, 
der unablässig über architektonischen Erfindungen brütend wenig 
zu deren praktischen Anwendung gelangte und dadurch sich immer 
mehr von gesunder Construction in's Abenteuerliche und Malerische 
verlor. Mehr gelegentlich wandten sich die übrigen meist jüngeren 
Berliner Baukünstler, wie Strack, Soller, Knoblauch, Adler u. A. 
romantischen Aufgaben zu, welche jedoch schon einer späteren 
Periode angehören,
        

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