Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-527906
in dieser aber sind die beiden Denkmäler der würdigen Bischöfe 
Sailer und Wittmann zu betrachten, welche dem herrlichen Dom zu 
Regensburg zur dauernden Zierde gereichen. Mit seinem Concurrenz- 
modell der Dürerstatue für Nürnberg hatte er jedoch den verdienten 
Erfolg nicht, indem König Ludwig seine Beisteuer an die Bedingung 
knüpfte, dass Rauch damit betraut würde. Von grösseren Schöpfungen f) 
späterer Zeit ist dann- nur noch die Colossalmadonna zu erwähnen, 
welche er (dem Vernehmen nach unentgeltlich) für die Wallfahrts- 
kirche Maria Eich bei München herstellte. Die zahlreicheren kleineren 
Arbeiten, meist Reliefs in Alabaster, von denen z. B. die Familie 
Ringseis vier bewahrt, sind in Privatbesitz zerstreut. Ebenso einige 
Gemälde, auch der Flügelform nach archaisirend, welche den Künstler 
ebenso als vollbürtigen Nazarener, und wenn man von dem uner- 
quicklichen Mysticismus der Gegenstände absieht, auch als Maler 
auf ähnlicher Höhe Wie als Bildhauer zeigen. Ueberhaupt war ihm 
eine seltene Vielseitigkeit beschieden, wie er denn auch Poesie und 
Musik selbstschöpfend pflegte. Um so auffälliger muss daher seine 
zunehmende Abschliessung gegen allen Verkehr erscheinen wie die 
Schroffheit, mit welcher er in fast fanatischer Religiosität alles 
Weltliche in seinem Besitze, selbst Werke seiner früheren Zeit 
vernichtete. 
Als sein hervorragendster Schüler ist J. A. Entres aus Fürth, 
geb. 1804, 1' zu München 1870, zu nennen, der namentlich in 
gothischen Grabdenkmälern wie auch in Holzschnitzwerken (Kanzeln 
und Altären) arbeitete und durch die colossale Oelbergdarstellung; in 
Tölz seinen Namen zumeist bekannt gemacht hat. Ferner A. Sickinger 
aus Owingen im Fürstenthum Hohenzollern, geb. 1807, 1' 1873 zu 
München, ebenfalls wie Entres den Steinmetz und das Handwerkliche 
mit der Kunst nicht ohne Vortheil verbindend, darum aber auch 
dem deutschen Quatrocento mehr zugewandt als dem italienischen. 
Der aus beider Schule hervorgegangene Jos. Knabl, geb. zu Fliess 
im Obefinnthal 13-19, der verdiente Schöpfer des Hochaltars der 
Frauenkirche zu München, gehört seiner Thätigkeit nach der neuesten 
Zeit an. In Eberhard's Bahnen trat auch F. Schönlaub, geb. 1805- 
zu Wien, mit Erfolg ein. 
 
4') Zu diesen gehören 
Kirche zu Ravensburg. 
drei 
Grahdenkmäler 
der 
Familie 
Martini 
in 
der 
kath.
        

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