Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-527895
wie eine Muse, ein Faun, eine Leda und die Gruppe von Endymion 
und Diana f) beweisen, so dass er 1816 zum Professor der Münchener 
Bildhauerschule ernannt und mit Antikeneinkaufen für die G-lyptothek 
betraut wurde. Als er aber 1821 Wieder nach Rom ging, um auf 
Wunsch des Marchese Massimi Reliefs aus der Iliade auszuführen, 
fügte sich's, daSS der Auftrag durch den Tod des Marchese rück- 
gängig Ward; dafür war Eberhard mit Overbeck und Genossen 
bekannt geworden und trat sofort in's Lager der Nazarener über. 
Dadurch wurde nicht blos der talentvolle Classicist zum Romantiker, 
sondern er wurde überdiess veranlasst, statt den weit unfruchtbareren 
Ausgangspunkt von der knitterigen Manierirtheit und bis zur Koketterie 
verdrehten Sentimentalität der deutschen Spätgothik zu nehmen, 
vielmehr die italienischen Meister der Frührenaissance zu seinen 
nächsten Vorbildern zu wählen, was für seine Weiterentwicklung 
nur von Vortheil sein konnte. Vergebens drang man nun in 
München auf classische Behandlung, als der Auftrag an ihn erging, 
das Grabdenkmal der Prinzessin Caroline von Bayernff) herzustellen: 
nachdem vier Modelle als unclassisch abgelehnt worden waren, er- 
scheint auch das wirklich zur Ausführung gelangte trotz classischer 
Grundlage noch angehaucht von dem keuschen Einflüsse der Gräber- 
plastik des italienischen Quatrocento. Desshalla konnte auch der 
Meister zu der sculpturalen Ausschmückung der Glyptothek nur mehr 
versuchsweisefff) herangezogen werden, fand aber dafür bei den 
romantischen Neubauten und Restaurationen des Königs Ludwig 
von Bayern bald Gelegenheit sich seinen neugewählten Idealen zu 
überlassen. Der bildnerische Schmuck der Portale des Blindeninsti- 
tuts, die Heil. Rupert, Benno, Ottilie und Lucie darstellend, das 
Tympanum am Portal der Allerheiligenkirche, die Statuen von 
S. Nlißhael und S. Georg am Isarthor zu München zogen den Künstler, 
der sonst mit seinem älteren und weniger begabten Bruder Franz 
in fast klösterlicher Abgeschiedenheit meist mit kleineren Privat- 
arbeiten zum Theil Alabagtgfaltäfchen und Figürchen beschäftigt 
war, mehr an die Oeffentlichkeit. Als seine hervorragendsten YVerke 
1:) Die erstere in der Glyptothek zu Münchenydie letzteren zu Nymphenlnurg. 
am) [m rechten Flügel des Querschiffs der Theatlnerkxrche zu München. 
11,41) Das MumiusrPlief in der ersten Kuppel des römischen Saals ist von 
seiner Hand.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.