Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-527842
figürlichen Darstellung auftritt. Allein die flandrischen Meister brachten 
dem Landschaftlichen zu viel Natursinn entgegen, als dass begabte 
Künstler des romantischen Kreises durch das Studium jener Werke 
nicht ebenso auf die unmittelbare Nachbildung nach der Natur hin- 
gewiesen werden mussten, und nur die klare saftige Färbung anstatt 
der seit Hackert traditionellen kreidigen und die fieissige Rücksicht 
auf Naturwahrheit im Detail anstatt der gewohnten manieristischen 
Schablone ihren Vorbildern entnahmen, Während nur unbedeutende 
Künstler das Naturstudium ob der Imitation der Flandrer verab- 
säumten. So hatten schon die Oliviers die Landschaft erfasst, wobei 
sie sich dann selbst mit der Richtung eines Koch vielfach berührten 
Sind indess bei diesen Anklänge an die Van Eyck'sche Schule noch 
unverkennbar, so treten sie bei W Ahlbom aus Hannover, geb. 1800, 
1' 1857 oder E. Agricola, geb. 1800 in Berlin, mehr in den Hinter- 
grund, indem bei ihnen vielmehr der Einfluss Schinkeläs als roman- 
tischer Landschafter (wovon oben) das Uebergewicht erlangte und 
dann längerer Aufenthalt in Italien die Einwirkungen der altdeutschen 
Kunst vollständig unterbrach. Immerhin aber bleibt bei diesen eine 
Spur nordischer Romantik, die sich besonders in ihren Ansichten 
von Schlössern und Ruinen ausspricht. Entschieden unzugänglicher 
erwies sich der Romantik Italien, dessen Natur nur classisch gestimmter 
Anschauung ihre Schönheit erschliessen zu Wollen scheint. S0 sehr 
denn auch die in Rom lebenden deutschen Landschafter mit den 
Romantikern sympathisiren mochten, so gelang es ihnen doch nicht 
ihren Werken den Stempel dieser Richtung bestimmt aufzuprägen. 
Nur die entschiedene Unmittelbarkeit ihrer Naturauffassung, Womit 
sie übrigens vielmehr eine künftige Kunstphase vorbereiten, unter- 
scheidet sie von den Classicisten in der Landschaft, einem Koch, 
Reinhart u. s. W. Zu nennen sind von diesen die beiden genialen 
Schicksalsgenossen: K. Fohr aus Heidelberg, geb. 1795, 1818 im 
Tiber ertrunken und der gleichfalls im frühen Jünglingsalter ver- 
storbene F. Horny aus Weimar, geb. 1798, T 1822 zu Olevano, der 
erstere überdiess im ritterlichen Genre hervorragend. Ferner F. Helms- 
dorf aus Magdeburg, geb. 1784, gleichzeitig mit jenen in Rom und 
durch die aAUSSlCht von der Tasso-Eichea, adElS Colosseum von 
S. Bonaventura ause, sVilla d'Este bei Tivolic u. s. W. zu vcrdientem 
Rufe gelangt, den er indess später als badischer Hofmaler nicht weiter 
rechtfertigte. Nicht minder M. v. Rokden, geb. 1778 zu Cassel und
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.