Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-527836
liches, doch sinniger, schlichter und ohne Affectation, darum auch 
wahrhaft herzseivinnend, F. Graf v. Poccz" aus München, geb. 1807, 
besonders glücklich als Illustrator eigener uhd fremder Dichtungen 
und Lieder in der Weise der Illuminatoren der Codices des 15. Jahr- 
hunderts, in seinen Schöpfungen für Kinder und kindliche Gemüther 
Seinel" Zeit S0 Populär wie jetzt Richter und Pletsch, durch seine 
fromme naive Romantik jedoch grundverschieden von den letztge- 
nannten Meistern dieses Faches. Seine Randzeichnungen, Gelegen- 
heits- und Namenbilder werden auch trotz überwundener Romantik 
ihren Werth behalten. Selbstverständlich aber pflanzte sich die Pflege 
der Romantik (besonders in Düsseldorf) in die folgende Periode 
hinüber und iSt auch jetzt noch keineswegs verdrängt, ja selbst 
mittelalterliche Kunsteinflüsse werden hiebei noch jetzt nicht völlig 
ausge-Schlossen. Im Ganzen unterscheidet sich indess die moderne 
Behandlung durch Heranziehung aller modernen Kunstmittel und 
durch eine dem Mittelalter gegenüber selbständige Auffassung von 
der Märchenbehandlung jener romantischen Periode, wie diess Neu- 
reuther und Schwind mit so glänzendem Erfolge angebahnt, einige Ber- 
liner Künstler aber durch coloristische, den Märchencharakter und die 
Poesie geradezu annullirende Realistik auf die Spitze getrieben haben. 
Auch die L andschatt konnte sich den Einflüssen der romantischen 
Strömung nicht entziehen und huldigte ihr zwar weniger in formalem, 
dafür aber uin so erfolgreicher im idealen Sinne. In forinalem hatte 
die Gruppe, welche in der vorcinquecentistischen Gultur Italiens ihr 
Vorbild suchte, keinen Anhalt; denn die Landschaft war in Italien 
bis zu den Carraccisten über die Darstellung eines dürftigen Hinter- 
grundes nicht hinausgegangen, und erst zu Ende des 16. Jahrhunderts 
zur Selbständigkeit gelangt. Der Versuch etwa die landschaftlichen 
Hintergründe Raphaels in formalem Eingehen auf deren Eigenart 
zur selbständigen Landschaft auszubilden, ist auch gar nicht gemacht 
worden. Näher wurde diess den nordischen Romantikern gelegt. 
Hier gaben die Niederländer. seit dem Beginn der Van Eyclöschen 
Schule Anhalt genug, da seit dem Genter Altarwerk hier in land- 
schaftlichen und baulichen Prospecten wie in Interieurs namentlich 
durch Meinling wahrhaft bewundernswerthes geleistet worden ist, 
So dass nicht selten, wie z. B. in den sieben Freuden Mariä, das 
Landschaftliche als gleichwerthig neben der beinahe staffagenartigen
        

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