Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-527802
268 
Buch. 
CaP- 
Weiterer 
Verlauf der 
Romantik. 
deutschen 
die Höhe seiner mit Recht gefeierten Zeitgenossin M. Ellenrieder, 
(geb. 1792 zu Constanz, "l- 1845 daselbst) i") zu erreichen. Zwischen 
Angelica Kauffmann und Overbeck in der Mitte stehend, an ächter 
Weiblichkeit der ersteren, an frommgläubiger Gesinnung und künst- 
lerischer Hingebung dem letzteren gleich weiss diese edle Künstlerin 
ihren Werken durch zarte Formschönheit, Farbenschmelz und fleissige 
Durchführung einen Reiz zu verleihen, welcher den sentimentalen 
Grundzug um so leichter erträglich macht, als er der jungfräulichen 
Hand an sich schon natürlicher entsprungen zu sein scheint, wie der 
männlichen anderer religiösen Meister der Neuzeit. Die Kunsthalle 
zu Garlsruhe enthält eine Reihe ihrer meist aus Halbfiguren bestehen- 
den Arbeiten. Dass ihre mehr lyrischen Darstellungen namentlich 
aus dem Madonnenkreise, von h. Jungfrauen u. s. w., solche von 
mehr epischein oder dramatischem Charakter wie ädGT Tod des h. 
Stephanus M) übertreifen, versteht sich nach dem Gesagten von selbst, 
und ist ihr mit A. Kauffmann wie mit Overbeck gemeinschaftlich 
eigen, ja in der ganzen Kunstrichtung der Schule des letzteren so 
gut wie in jener der Sienesen, des Fiesole und der Umbrier begründet. 
Mit Ellenrieder darf El. Baronin von Freiberg, geb. Stunz, (geb. zu 
'Strassburg 1797, 1- zu München 1847), die sich 1826 mit einer 
Madonna bekannt machte, wohl kaum auf eine Linie gestellt werden, 
obwohl auch ime tüchtige künstlerische Bildung angesichts des 
stummen Zacharias tw") nicht bezweifelt werden kann. Ebensowenig 
Soph. Reinkard in Carlsruhe oder J. Gräfin Eglofsstein, welche auch 
hinsichtlich ihres Gebietes unsicher bald im biblischen, bald im Genre 
sich versuchte. 
Hieher sind dann noch drei norddeutsche Künstler zu zählen, 
G. C. Lenthe aus Schwerin, geb. 1790, E. Speckter aus Hamburg, 
geb. 1806, 1' 1835 zu Frankfurt, und J. H. U. Koopmann aus Altona, 
geb. 1797. Sie zeigen wenig Gemeinsames: der erstere fast aus- 
schliessend in seinem engeren Vaterland und für die Kirchen desselben 
thätig, scheint am wenigsten Einfluss von aussen empfangen zu 
haben; Speckter, zwar vorzugsweise Schüler des Cornelius, doch in 
seinen früheren religiösen Werken wie vdie Marien am Grabeef) 
 Biographie im Kunstblatt 1845. S. 182. 
h") In der katholischen Kirche zu Carlsruhe. 
H") N. Pinakothek zu München Nr. 240 a. 
1') Gest. v. F. Schrödter.
        

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